Tagebuch Schulskifahrt Jochgrimm vom 06.01. bis 15.01.08
Auch in diesem Jahr haben sich wieder einige Schüler der Jordan-Mai-Schule zur Schulskifahrt aufgemacht. Es ging vom 06.01. bis zum 15.01.08 nach Jochgrimm / Südtirol.
Teilnehmer an dieser Fahrt waren Marina, Lisa und Judith. Da Herr Busch als einziger Leiter für diese Fahrt zur Verfügung stand, wurde diese Fahrt in Kooperation mit der Löchterschule Gelsenkirchen und der Helen-Keller-Schule Essen durchgeführt.
Besonderer Dank gilt den Verantwortlichen der Helen-Keller-Schule in Essen, die diese Fahrt organisiert und auch für uns möglich gemacht haben. Und wie man im nachfolgenden Tagebuch nachlesen kann, war die Fahrt wieder einmal ein voller Erfolg.
Tag 1 : Sonntag, 6.1.08 Hinfahrt Jochgrimm
Wir treffen uns um 17.30 Uhr Helen-Keller-Schule 17.30. Herr Gebauer und Herr Busch sammeln Marina, Judith. und Lisa ein und fahren gemeinsam mit dem Schulbus nach Essen zur Helen-Keller-Schule. Auf uns wartet eine sehr lange Fahrt. Gegen 18.00 Uhr geht es dann im Doppeldeckerbus (mit Anhänger !) los. Mit uns reisen eine weitere Förderschule aus Moers und ein Gymnasium aus Altena, das von uns noch abgeholt wird. Dementsprechend lange benötigen wir bis die Fahrt ohne größere Unterbrechungen so richtig los gehen kann. Im Bus werden schon unter Schülern und Lehrern die ersten Kontakte geknüpft und Absprachen geknüpft. Nach einer sehr langen Fahrt kommen wir um 11.10 Uhr am nächsten Morgen endlich müde und geschafft in Jochgrimm / Südtirol an.
Im Hotel „Schwarzjoch“ sind ausschließlich Schulklassen untergebracht. Es ist praktisch eingerichtet. Sehr positiv ist allerdings, dass das Hotel direkt auf der Piste steht und man sofort vom Skikeller aus auf die Piste gelangt.
Nach Ankunft werden zuerst die Zimmer bezogen und dann geht es zum ersten Mittagessen. Das Essen ist gut . Wir haben Vollpension gebucht und werden gut verpflegt. Es gibt sogar extra vegetarische Kost für Judith. Unsere Wünsche werden vom freundlichen Personal so weit es geht erfüllt.
Aufgrund der späten Ankunft im Hotel beschließen die verantwortlichen Lehrer keine Skieinheit mehr durchzuführen. Stattdessen erfolgt eine kurze Mittagsruhe, der Skikeller wird bezogen und später das Hotel und Umgebung erkundet.
Morgen geht der Skiunterricht los. Die Pistenverhältnisse sind gut und das Wetter hoffentlich auch.
Tag 2: Dienstag 8.1.08 Erster Skitag
Bei strahlend blauem Himmel sind wir aufgestanden und konnten auf einen wunderschönen ersten Skitag hoffen.
Das Frühstück steht aufgrund der vielen Schulklassen und den damit verbundenen unterschiedlichen Essenszeiten erst um 8.45 Uhr parat. Wir decken natürlich selber ein ! Dann heißt es, Skisachen an und los.
Gegen 10.00 Uhr startet dann der erste Skikurs nach dem Motto : „Aller Anfang ist schwer.“
Ungewohnte Umgebung, ungewohnte Höhe (das Hotel liegt auf ca. 2000 Meter Höhe), ungewohnte Bewegungen und die ungewohnten Ski verlangen den Schülerinnen alles ab. Trotzdem lassen sich alle trotz drückender Skischuhe und größeren Kraftanstrengungen nicht entmutigen lassen und absolvieren mit Spaß die ersten Skigewöhnungsübungen am Anfängerhang. Nach etwas mehr als 2 Stunden geht es dann ziemlich erschöpft zur wohlverdienten Mittagspause.
Beim Mittagsessen und der anschließenden Erholungsphase können dann alle ihre Akkus wieder auftanken und gehen neu motiviert und ausgeruht in die zweite Skieinheit des Tages.
In einer etwas verkleinerten Gruppe läuft dann alles auch direkt besser, so dass nach der zweiten Unterrichtseinheit schon größere Fortschritte sichtbar werden.
Übungsinhalte sind : Gleichgewichtsübungen mit den Skiern, Aufsteigen mit Skieren, Geradeausfahrt mit Stoppflug und die erste Kurvenfahrt für Lisa.
Nach dem Abendessen findet noch ein Spieleabend statt. Danach fallen alle erschöpft ins Bett. Die Stimmung ist gut und alle Schülerinnen freuen sich auf den nächsten Skitag.
Tag 3 : Mittwoch, 9.1.08 Zweiter Skitag
Bedecktes Wetter. Vormittags absolvieren die Schülerinnen die erste Fahrt auf dem Fließband und machen ihre erste Abfahrt auf der kleinen Anfängerpiste. Alle machen Fortschritte.
Nach der Mittagspause finden dann weitere Übungen auf dem großen Übungshang statt.
Übungsinhalte sind : Kurvenfahren, Stoppen.
Es folgen weitere Fahrten auf dem großen Fließband und mehrere Abfahrten auf der großen Übungspiste.
Lisa, Marina und Fabio (Helen-Keller-Schule) fahren zum ersten Mal allein den großen Anfängerhang hinab.
Abends findet ein gemischtes Kickerturnier statt, an dem alle große Freude haben.
Tag 4 : Donnerstag, 10.1.08 Dritter Skitag
Sonne. Die Schülerinnen vertiefen in der ersten Übungseinheit an diesem Tag das Kurvenfahren am großen Anfängerhügel. Lisa und Marina steigen von Kurzski auf Carver um. Die Umgewöhnung dauert und benötigt etwas Zeit
Mittags fahren alle am kleinen Anfängerhügel. Alle werden immer sicherer und fahren letztendlich allein durch den kleinen Skischulparcours !!
Anschließend fahren alle(außer Judith ) noch die große Anfängerpiste herunter und haben mächtig Spaß.
Judith hat noch etwas Angst und wird immer durch eine Lehrperson begleitet. Trotzdem hat sie eine Menge Spaß und gewinnt von Tag zu Tag immer mehr Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Morgen wird die erste Liftfahrt stattfinden und somit werden weitere Pisten erschlossen. Hoffentlich klappt es.
Nach dem Abendessen findet noch eine Disco mit zwei weiteren Förderschulen statt. Die Schülerinnen und Lehrer machen sich chic.
Tag 5: Freitag, 11.1.08 Vierter Skitag
Bedecktes Wetter, leichter Schneefall.
Die letzten Fahrten auf dem Anfängerhang werden zur Vorbereitung auf die erste Liftfahrt gemacht!
Um 11.15 Uhr ist es soweit. Lisa , Marina, Fabio (HKS) und Lisa-Marie (HKS) fahren zum ersten Mal mit dem Tellerlift auf den Berg. Alle kommen ohne Sturz beim ersten Mal durch und sind oben angekommen mächtig stolz auf sich.
Die erste große Abfahrt kann beginnen. Alle meistern diese erste Abfahrt auch sehr gut und sind unten angekommen noch stolzer auf sich und wollen mehr. Eine zweite Liftfahrt und Abfahrt folgt sofort. Marina setzt aus. Sie kann die Konzentration nicht mehr so hoch halten. Ihre Kräfte sind erschöpft. Herr Busch fährt mit ihr wieder zurück zum Übungshang und lässt den Vormittag langsam ausklingen.
Nach der Mittagspause fahren Lisa, Fabio und Lisa Marie sofort wieder mit Herrn Wieners und Frau Sonnenschein mit dem Tellerlift auf den Berg und machen mehrere Abfahrten. Alle lassen sich auch durch kleinere Stürze nicht aus der Ruhe bringen und haben mächtig Spaß.
In dieser Zeit fährt Herr Busch mit Judith, Marina und Julian weiter an den Übungshängen und macht etwas Technikschulung. Judith wird immer mutiger, Marina benötigt nochmals Erfolgserlebnisse, damit ihre Motivation wieder steigt.
Ein toller, erfolgreicher Skitag geht mit einer Fackelwanderung nach dem Abendessen zu Ende.
Tag 6 : Samstag, 12.1.08 Fünfter Skitag
Es schneit. Die Sicht ist nicht gut.
Trotzdem fahren die unterschiedlichen Skigruppen auf den Berg und wieder hinunter ! Lisa-Marie, Fabio und Lisa fahren mehrmals sicher die linke Tellerliftpiste runter und liften sicher !!! Während der Abfahrt absolvieren die Schüler verschiedene Technikübungen und verbessern somit ihre Skikontrolle.
Nach der Mittagspause fahren die drei die rechte, schwerere Tellerliftpiste runter und sind stolz !! Ein super Skitag trotz Schnee und Kälte. Marina und Judith probieren sich an diesem Tag mal im Langlauf und sind sehr begeistert ! Herr Busch beschließt zusammen mit den Schülerinnen, dass sie den Langlauf in den nächsten Tagen fortsetzen werden.
Nach dem Abendessen startet der DVD – Abend. Danach gehen alle gerne ins Bett, um am nächsten Morgen fit für die Piste zu sein.
Tag 7: Sonntag, 13.1.08 Sechster Skitag
Neuschnee, bedeckt.
Heute sind fast alle Schüler nur schwer zum aufmerksamen Skifahren zu bewegen. Die Pistenverhältnisse sind ebenfalls schwierig für die Schüler und verlangen einen großen Kraftaufwand. Hinzu kommt, dass es jetzt schon der 7. Skitag ist und sich leichte Erschöpfung breit macht (nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern).
Trotzdem finden die Übungseinheiten mit mehreren Abfahrten bzw. Loipenläufen statt.
Mittags geht es dann mit einigen Schülern zum Weißhorn. Herr Busch übernimmt unterschiedliche Skigruppen.
Die Zusammenarbeit mit den Kollegen klappt super und durch den Skigruppentausch der „Ski“Lehrer erhalten die Schülerinnen einen abwechslungsreichen Skiunterricht mit unterschiedlichen Methoden. Die Stimmung ist gut.
Der geplante Spieleabend fällt aus, weil alle Schüler sehr erschöpft sind. Alle sind froh, dass sie ins Bett gehen dürfen.
Tag 8: Montag, 14.1.08 Siebter Skitag
Neuschnee, bedeckt, nebelig.
Letzter Skitag und gleichzeitig Renntag.
Die Schüler starten in drei verschiedenen Rennkategorien : Riesenslalom, kleiner Torslalom und Langlauf.
Alle freuen sich auf dieses Event und werden gut angefeuert. Die Schüler machen begeistert mit und zeigen super Leistungen.
Nach dem Mittagessen fahren dann alle noch mal in ihren Gruppen und können die letzten Abfahrten genießen.
Am Abend wird der traditionelle Abschlussabend gefeiert : Urkundenverleihung, Schülerdarbietungen, viel Musik und und und. Alle sind etwas traurig, dass die Schulskifahrt zu Ende geht.
Die Koffer sind weitestgehend gepackt. Morgen früh müssen alle zeitig aus den Federn, die Zimmer räumen, Lunchpakete schmieren und auf den Bus warten. Hoffentlich dauert die Rückfahrt nicht so lange.
Tag 9, Dienstag, 15.1.08 Abreise
Bedeckter Himmel.
Die Stimmung unter allen Teilnehmern ist ähnlich. Um 8.00 Uhr verlassen alle ihre Zimmer. Die Koffer werden nach draußen gebracht, die Skier und das Material aus dem Skikeller geholt und zur Verladung in den Bus bereit gestellt. Das Frühstück erfolgt wie jeden Tag um 8.45 Uhr. Dann beginnt das warten auf unseren Bus.
Nachdem der Doppeldeckerbus mit Anhänger beladen und mit mehreren Förderschulen besetzt ist, wird die Heimreise angetreten. Alle sind etwas traurig, freuen sich aber trotzdem auf zu Hause. Leider wird dir Rückfahrt sehr ungemütlich. Es ist wahrscheinlich die Schuld eines Virus, der über die Klimaanlage des Busses schnell verteilt wird, dass es mehreren Schülern und Lehrern übel wird. Über die gesamte Fahrt hinweg geht es vielen sehr schlecht. Die Fahrt endet dann endlich gegen 3.30 Uhr in Essen an der Helen-Keller-Schule. Herr Gebauer steht dankenswerter Weise schon parat und nach kurzen, erschöpften Umarmungen unter Schülern und Lehrern geht es dann für die Jordan-Mai-Schülerinnen zurück nach Gladbeck. Die Eltern warten schon und sind froh ihre Töchter in die Arme schließen zu dürfen.
Hier endet das Tagesbuch und die Erkenntnis, dass Schulskifahrten etwas ganz besonderes sind und über den üblichen Lehr- und Lernraum hinausgehen. Die Schülerinnen und Schüler machen nicht nur im sportlichen Bereich weiterbildende Erfahrungen, sondern erleben u.a. neue Dimensionen im sozialen Umgang mit anderen Schülern und Schülergruppen, die Dimensionen einer „anderen“ Natur/ Umwelt, neue Dimensionen der eigenen Selbstständigkeit (z.B. Selbsteinschätzung, Übernehmen von Verantwortung für sich und andere, Überwinden von Angst durch Erfolgserlebnisse) und die Schulung der Wahrnehmung.
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