Schulprogramm

Das Schulprogramm unserer Schule

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45966 Gladbeck, Söllerstr. 10

Jordan-Mai-Schule

Schulprogramm

Stand Februar 2011

 

Eine bebilderte Fassung des Schulprogramm findet sich im Downloadbereich!


Beziehung ist Gegenseitigkeit, Mein Du wirkt an

mir, wie ich an ihm wirke.

unsere Schüler bilden uns, unsere Werke bauen

uns auf. (Martin Buber 1994)

 

 


Vorwort

"Der Mensch wird am Du zum Ich". (Martin Buber)

Mehr als 30 Jahre existiert die Schulform Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in NRW – früher Schule für Geistigbehinderte -, in anderen Bundesländern trägt sie einen anderen Namen, Schule für Praktisch Bildbare oder Förderschule. Wie man das Kind der Bildungspolitiker aus den Jahren 1970 - 1980 auch nennt, so ist doch zentrales Merkmal aller Bezeichnungen das Wort „Schule“. Nicht umsonst legt man Wert auf diese Bezeichnung, waren doch geistig behinderte Menschen lange Zeit von der schulischen Bildung ausgeschlossen und in Tageseinrichtungen betreut.

Eltern, Erzieher in den Tageseinrichtungen und Lehrer der damaligen Hilfsschulen setzten sich vehement dafür ein, dass künftig kein Kind mehr ohne schulische Bildung aufwachsen solle und erreichten dieses Ziel schließlich mit der Aufnahme auch der schwerstbehinderten Kinder in die Schule. Parallel hierzu entwickelte sich ein differenziertes Ausbildungssystem an den Universitäten und den früheren pädagogischen Hochschulen. Die Sonderpädagogik hatte sich etabliert und strebte von nun an die wissenschaftliche Betreuung und Begleitung der entstandenen Sonderschulen an.

In den Richtlinien der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung 1980 entwickelten sich bis dahin neue Dimensionen pädagogischen Denkens: „Selbstverwirklichung in sozialer Integration“ hieß es als übergeordnete Zielsetzung. Gemeint waren damit die Begleitung und Förderung des geistig behinderten Kindes und Jugendlichen auf ihrem eigenen Lebensweg.

Insbesondere die Integration der geistig behinderten Menschen in unsere Gesellschaft wurde dann in den letzten Jahren intensiv diskutiert und auch im schulischen Bereich umgesetzt. In Versuchsschulen wurde der gemeinsame Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder erprobt. Deutlich wurde bislang, dass die Bedingungen und Voraussetzungen am Standort Gladbeck zum Teil erhebliche Erschwernisse in dieser Form der Integration darstellen. Die Jordan-Mai-Schule, als Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung und die Lutherschule mit gemeinsamem Unterricht haben eine gemeinsame Verantwortlichkeit definiert. Beide haben einen Platz in der schulischen Landschaft Gladbecks gefunden, es gibt Kooperationen und gemeinsame Veranstaltungen.

Gleichermaßen durch die Integrationsdiskussion angeregt, fand allerdings auch an den Sonderschulen ein Prozess statt, der die eigene Arbeit reflektierte und in einen neuen Zusammenhang stellte. Letztlich sind Schulprogramm und Schulkonzeption aus dem Bedürfnis heraus zu verstehen, das zu dokumentieren, was eine individuelle Schule ausmacht und ihre besonderen Bedingungen und besonderen Grundsätze darzustellen und in einer kritischen Auseinandersetzung zwischen Kollegium, Eltern und Schülern weiterzuentwickeln.

Die Schulkonzeption sollte immer wieder im Hinblick auf ihre Gültigkeit überprüft werden, um sie in einer kritischen Auseinandersetzung zwischen Kollegium, Eltern und Schülern in Zusammenarbeit mit dem Bistum Essen als Schulträger weiter zu entwickeln.

 

Zur Lesart:

Wir benutzen die Begriffe „Schüler“, „Lehrer“ aus Lesbarkeitsgründen in der männlichen Form, beziehen dies aber immer auch auf die weibliche Form.

 

Förderschule mit dem Schwerpunkt  Geistige Entwicklung

Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung heißt zunächst einmal, sich von allen gängigen Vorstellungen einer Schule zu verabschieden. Die Aufteilung des Schultages in Unterrichtsstunden von genau 45 Minuten Dauer entfällt, Lehrerwechsel sind eher selten, Schüler werden zur Therapie abgeholt und wieder in die Klasse gebracht, an einem Tisch arbeiten drei Schüler konzentriert an einem Arbeitsblatt, während in einem anderen Bereich des Raumes ein Schüler erschöpft von den vielen Erlebnissen ruht und einen Sternenhimmel betrachtet, ein Lehrer streicht ihm dabei sacht über Arme und Hände und versucht seine Stimmung aufzunehmen.

Gewiss, es gibt viele Elemente von Schule, doch - und hier stellt sich die entscheidende Frage - was ist Schule? Schule in unserem Sinne meint einen Ort pädagogisch beabsichtigter und geplanter Lernprozesse - nicht mehr und nicht weniger. Dies gilt ebenso für Grundschule, wie auch Gymnasium und Hauptschule und auch für die Förderschule.

Aber es gibt Unterschiede, zunächst nach außen sichtbar, deutlich weniger Schüler in der Klasse, mehr Lehrer, Therapeuten. Jeder Schüler hat seine eigene Persönlichkeit und wird in seiner Entwicklung sehr ernst genommen, er wird deshalb gefördert, aber nicht überfordert. Er hat Gelegenheit zur Ruhe und zur Spannung, zur Konzentration und Muße, zur Arbeit am Mathematiklehrgang oder zur Freude am Spiel mit dem Ball, dem Würfel.

Deutlich wird vielleicht, dass sich Schüler mit einer geistigen Behinderung noch viel weniger schematisieren lassen, wie dies vielleicht in anderen Schulformen denkbar wäre.

Die individuellen Unterschiede in der Entwicklung des Schülers, die sehr unterschiedliche Belastbarkeit, das unterschiedliche Konzentrationsvermögen, die körperliche und seelische Befindlichkeit finden Berücksichtigung im täglichen Unterricht. Sie müssen berücksichtigt werden, denn sonst ließe sich kein Lernerfolg erzielen.

Nach außen sichtbar wird auch das Prinzip der abnehmenden Hilfe als alltäglicher Bestandteil des Umgangs mit den Schülern. Lebenspraktische Verrichtungen haben einen breiten Raum im Alltag und benötigen viel Zeit. Sei es das selbständige Anziehen (der Kleidung) in der Vorstufe oder die Fahrten älterer Schüler im öffentlichen Personennahverkehr.

Als sinnvolle Organisationsform hat sich die Ganztagsschule erwiesen, denn nur im Tagesverlauf einer Ganztagsschule sind diejenigen Lernanlässe und Lerngegebenheiten vorhanden, die für die lebenspraktische Erziehung und Bildung der Schüler unumgänglich sind.

Unterrichtliches Handeln in der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung ist nur in Form binnendifferenzierten Unterrichts möglich; dies beginnt bei der Auswahl von Spielmaterialien und des Spielangebots und reicht über spezielles didaktisches Unterrichtsmaterial hin zu abgestuften Anforderungen für einzelne Schüler im Rahmen eines gemeinsamen Vorhabens. Die Schüler werden sowohl im Klassenunterricht in der ganzen Gruppe, als auch in leistungsdifferenzierten oder interessendifferenzierten Kleingruppen, oder aber in der Einzelarbeit unterrichtet, um ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden.

 

1.      Wissenswertes über die Jordan- Mai-Schule und ihre Entstehung

Entstanden ist die JMS aus der ehemaligen Caritas-Tagesstätte für behinderte Kinder und Jugendliche, nachdem im Jahre 1976 die Schulpflicht für geistig behinderte Kinder und Jugendliche landesweit eingeführt wurde. Da sich sowohl die Stadt Gladbeck, wie auch der Caritas-Verband nicht in der Lage sah, eine Schule zu unterhalten, übernahm das Bistum Essen die Verantwortung, eine Schule einzurichten, zu unterhalten und zu pflegen. Am 30. August 1976 öffnete die Schule ihre Türen für die geistig behinderten Kinder und Jugendliche in Gladbeck. Die Schüler wurden zunächst in einem kleinen Gebäude an der Grabenstraße untergebracht, welches bereits 1980 zu klein war.

Noch im gleichen Jahr zog die Schule in das jetzige Schulgebäude, welches erst nach und nach in ein behindertengerechtes Gebäude umgebaut werden konnte. Entscheidende Veränderungen ergaben sich durch die Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen im Jahr 1998. Insbesondere die Möglichkeiten für Schüler mit besonderem Förderbedarf konnten deutlich verbessert werden. Nun verfügt die Schule über einen Aufzug zum Transport von Rollstuhl­fahrern, über angemessene Pflegeeinrichtungen für schwerstbehinderte Schüler, Therapie- und Ruheräume, ein Sinnesraum „Zauberland“, ansprechende Werkräume und große Klassenräume. Ergänzend nutzen wir ein großes Außengelände mit Spiel- und Ruhebereichen, Ballspielplatz, Schaukeln und Kettcar- oder Radfahren in der Pause, Schulgarten und Spielgarten mit Sandkasten für die Kleinen. Im Jahr 2005 konnte ein Erweiterungsbau bezogen werden. Konzeptionell verfügen wir damit über ein Schulhaus für die Vor- und Unterstufenkinder, sowie ein Haus für unsere älteren Schüler. Der Schulgarten musste geopfert werden und nur noch ein kleines Stückchen Land blieb übrig, um es zu beackern.

Verfügte die Schule zu diesem Zeitpunkt (2006) über ein Raumprogramm, das ausgelegt war für 100 Schüler, wurde nach und nach klar, dass diese Platzzahl nicht ausreichend war. Mittlerweile werden fast 140 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Die Schulleitung stellt im Jahr 2009 den Antrag, den freien Dachbodenraum auszubauen und damit weitere Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Ebenso wurde deutlich, dass die bisherige Praxis der Einnahme des Mittagessens in den Klassen zu erheblichen Einschränkungen führt. Nachdem dann auch noch das speziell für schwerstbehinderte Schüler geeignete Therapieschwimmbad in der Trägerschaft eines Altenheimes aus Kostengründen schloss, wurde ein Gesamtpaket geschnürt, das noch auf eine Verwirklichung wartet.

Zum einen soll in Zukunft ein eigenes Therapieschwimmbad gebaut werden, zum anderen soll der Dachboden im Altbau ausgebaut werden, mit dem Ergebnis, dass dann nicht nur ausreichende Klassenräume zur Verfügung stehen, sondern auch in zwei alten Klassenräumen im Erdgeschoss ein Mensabetrieb eingerichtet werden kann.

 

Schulträger

Schulträger ist das Bistum Essen, Bischöfliches Generalvikariat in 45127 Essen. Der Schulträger trifft die grundsätzlichen Entscheidungen über die Zielsetzung seiner Schule. Im Benehmen mit der Schule legt er Bildungs- und Erziehungsziele und die Unterrichtsorganisation fest und schafft ebenso die für einen ordnungsgemäßen Schulbetrieb nötigen sächlichen und personellen Bedingungen und Voraussetzungen. Als Träger einer katholischen Schule fördert er insbesondere die religiöse Erziehung. In seiner Schule macht er ein Angebot, Wege zum Glauben und zur Kirche zu finden. Der Schulträger beweist am Beispiel der Schule die Zuwendung und Fürsorge Jesu Christi zu allen Menschen dieser Welt. Um die gemeinsame Zielsetzung zu verwirklichen, ist das Zusammenwirken von Schulträger, Lehrern, Eltern und Schüler eine notwendige Voraussetzung.

 

Freie Schule –Ersatzschule Regelschule

Bei der Jordan-Mai-Schule ist eine freie Ersatzschule in katholischer Trägerschaft.

„Frei“ bedeutet, dass der Träger eine private Einrichtung ist – hier das Bistum Essen. Ersatzschule wiederum bedeutet, dass der Besuch dieser Schule den Besuch einer städtischen Schule ersetzt.

An der „freien“ Schule wird ein Unterricht erteilt, der den Lehrplänen staatlicher Schulen entspricht. Unterricht, Erziehungsarbeit und Schulleben werden nach den vom Schulträger vorgegebenen Grundsätzen organisiert. Die staatliche Schulaufsicht ist eingeschränkt, die Trägerschaft durch das Bistum Essen mit einer eigenen Schulabteilung bietet in besonderer Weise die Gewähr dafür, dass die an die Gleichwertigkeit von Ersatzschulen zu stellenden Anforderungen erfüllt werden.

 

Die Freiräume besetzt unsere Schule durch eine eigene Gestaltung des vorhabenorientierten Unterrichts, der sich am Standortplan der Schule orientiert. Dieser Standortplan versucht die Projekte und Vorhaben zu beschreiben, die vor Ort unter unseren Bedingungen sinnvoll sind und in einem Spiralcurriculum zusammengefasst sind.

 

Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung – ein Beispiel des karitativen Auftrages der Kirche

 

Die Trägerschaft durch das Bistum Essen zeigt, dass der katholischen Kirche die Erziehung und Bildung behinderter Menschen im Zusammenhang mit ihrem Engagement im gesamten Bildungsbereich ein wichtiges Anliegen ist.

Die Jordan-Mai-Schule als katholische Schule in der Trägerschaft des Bistums Essen erfüllt einen kirchlich-karitativen Auftrag und nimmt so an der Sendung der Kirche teil.

Dieser Auftrag wird als Bildungsauftrag am geistig behinderten Menschen verstanden. Dieser Bildungsauftrag schließt den Verkündigungsauftrag der Kirche mit ein. Bildung eröffnet den behinderten Kindern und Jugendlichen die Chance zur Teilhabe an der Gesellschaft und zur Integration in die Gesellschaft.

Dieser Bildungsanspruch wurde in der Vergangenheit immer wieder bestritten und in Frage gestellt, zum Teil mit verheerenden Auswirkungen. Die Vergangenheit hat deutlich gemacht, dass behinderte Menschen einen starken, normorientierten Partner und Anwalt benötigen, der ihnen auf dem Weg zur Selbstverwirklichung in sozialer Integration seine Hilfe anbietet. Von Seiten der Kirche muss der Verkündigungsauftrag insbesondere für die Menschen wahrgenommen werden, die ihr auftragsgemäß anvertraut sind und für die sie ein hohes Sendungsbewusstsein entwickeln muss. Ebenso bedeutet dies, dass im Sinne einer advokatorischen Verantwortlichkeit gehandelt werden muss. Die Normenorientierung erfolgt an christlichen Grundsätzen, auch für Schüler, die einen davon unterschiedlichen Glauben haben. Toleranz und Menschenwürde entwickeln sich aus der Vorstellung einer humanen Gesellschaft, in der jeder Mensch eine eigene Güte hat.

Dies impliziert eine ganzheitliche Förderung des behinderten Menschen auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes. Der Mensch ist als Mitgeschöpf geschaffen. Zusammen mit anderen ist er Bild Gottes, d.h. Gott bildet sich in den vielen verschiedenen Menschen ab. Jeder Mensch ist einmalig und in eben dieser Einmaligkeit ein Bild Gottes. Der Mensch steht nicht über der restlichen Schöpfung, sondern er ist in sie hineingestellt. Er ist Geschöpf mit allen übrigen Geschöpfen.

Daraus folgen eine Reihe von direkten Konsequenzen für den Bereich der Erziehung und des Unterrichts an unserer Schule:

§  Respekt und Toleranz vor dem Anderen und seiner Andersartigkeit

§  Wissen um die Würde des Menschen, unabhängig von Geschlecht oder sozialem Status

§  Achtung vor sich selbst

§  Solidarität in sozialer Verantwortung

§  Respekt vor der Schöpfung

 

Zusammenfassend ist unsere unterrichtliche und erzieherische Arbeit von folgenden Leitbildern geprägt:

§  Vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes nehmen wir jeden Schüler so an, wie er ist und holen ihn da ab, wo er steht.

§  Zentrales Anliegen ist es, die Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler zu fördern, mit dem Ziel möglichst selbstbestimmt in sozialer Integration zu leben.

§  Bei uns sollen sich die Schüler und Lehrer wohlfühlen. Ein respektvoller Umgang miteinander und gegenseitige Rücksichtname sind dabei sehr bedeutsame Punkte.

An diesen Prämissen kann sich Schule in ihrer Glaubwürdigkeit messen und bewerten lassen.

(Weitere Informationen im „Erziehungskonzept“: http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=30%3Aerziehung-erfordert-einsatz - zum Download ist eine vorherige Registrierung erforderlich))

 

 

Jordan Mai – nur ein Name oder mehr

Um den Namen Jordan Mai ranken sich eine ganze Reihe von Geschichten und Anekdoten, die eine persönliche Berührung mit dem Menschen Jordan Mai nicht immer erleichtern.

Jordan Mai arbeitete im vergangenen Jahrhundert in der Umgebung Gelsenkirchens als Franziskaner. Er begleitete Menschen auf ihrem Lebensweg, hatte als Pförtner des Franziskaner-Klosters in Dortmund immer ein offenes Ohr für die Belange der Menschen, die bei ihm „anklopften“. Ein offenes Ohr - Bild für mehr: Offen sein für Sinneseindrücke, für Wahrnehmungen von Auge, Ohr, Nase, Hände und Körper.

Offen sein aber auch für emotionale Eindrücke, für Gefühle, Befindlichkeiten, Stimmungen und Launen.

Und genau damit ist die spezifische Sensibilität angedacht, die geistig behinderten Kindern entgegen gebracht werden muss. Diese emotionale Dimension in der Erziehung der Kinder setzt sich fort in alltägliches unterrichtlichtes Handel in der Schule. Man lebt an der Schule mit „seinen“ Kindern, man ist keine Klassengruppe, sondern eher eine Kleingruppe mit engen sozialen Bezügen.

 

 

 


2.      Wir an der Jordan- Mai-Schule

2.1                Lage der JMS

Unsere Schule liegt recht verkehrsgünstig und ist angebunden an eine gute Infrastruktur im Stadtteil Zweckel. Große Lebensmittelgeschäfte, Bäcker, Metzger, Post, Sparkasse, Bus- und Bahnhaltestellen sind für die Schüler gut zu Fuß erreichbar. Verkehrserziehung kann also gleich vor der Schultür beginnen.

Der Ortsteil Zweckel ist eher kleinstädtisch strukturiert, es dominieren die kleinen Zechenhaussiedlungen mit ihren großen Gärten und einigen größeren Neubaugebieten, die speziell für Familien mit Kindern geplant  und ausgeführt wurden.

 

2.2                Gebäude der JMS

Das Schulgebäude unserer Schule besteht aus zwei Häusern, die durch einen kurzen, überdachten Weg miteinander verbunden sind.

Im Altbau der Schule werden die Mittelstufen, Oberstufen und Berufspraxisstufen unterrichtet, während der Neubau speziell auf die Bedürfnisse jüngerer Schüler zugeschnitten ist. Von allen Klassen gemeinsam genutzt wird die große Turnhalle neben der Schule.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Räume im Altbau

8 Klassenräume

1 Therapieraum (Krankengymnastik)

1 Lehrerzimmer

1 Sekretariat

2 Lehrküchen

1 Vorbereitungsküche Mittagessen

1 Elternsprechzimmer und Lehrerbücherei

1 Snoezelenraum

4 Pflegeräume

3 Werkräume (Keller)

1 Hauswirtschaftsraum (Keller)

2 Materialräume (Keller)

4 Kellerräume (Hausmeister, Putzmittel, Heizung, Aufzug)

 

Räume im Neubau

5 Klassenräume

1 Differenzierungsraum

1 Ergotherapie

1 Sprachtherapie

2 Pflegeräume

2 Materialräume

1 Söllertheater (Dachboden)

3 Räume (Technik, Aufzug, Putzmittel)

 

Historisch gesehen, entwickelte sich die Schule von einer kleinen Einrichtung hin zu einem recht großen, aber doch überschaubaren System.

Jahr 1976: Start der Schule in einer alten Volksschule. Man teilte sich das Gebäude mit der Heinrich-Kielhorn-Schule, die damalige Sonderschule für Lernbehinderte, die allerdings fast Zweidrittel des ganzen Gebäudes nutzte.

Jahr 1988: Auflösung der Heinrich-Kielhorn-Schule, Umbau einzelner Flurbereiche in entsprechende Pflegebereiche. Nutzungsanteil jetzt etwa Zweidrittel des Gesamtgebäudes. Restnutzung des alten Gebäudes als Übergangswohnheim für Aussiedler, später Asylbewerber.

Jahr 1995: Nach Unterzeichnung des Dayton-Abkommens, wird das Asylantenheim nicht mehr benötigt, mehr als zwei Jahre steht es leer.

Jahr 1997: Umbau des Asylantentraktes in funktionierende Schulräume

Jahr 1998: Bezug des gesamten Altbaus durch die Schule

Jahr 2005: Bezug des Neubaus

 

2.3                  Schüler und Personal an der JMS

2.3.1           Aktuelle Zahlen oder besser Menschenzählung

Im Schuljahr 2010/2011 besuchen 139 Schüler unsere Schule, davon haben 40 Schüler einen erhöhten Förderbedarf. Das Einzugsgebiet beschränkt sich primär auf das Stadtgebiet von Gladbeck, einige wenige Kinder kommen aber auch aus den benachbarten Städten Bottrop-Kirchhellen und Gelsenkirchen.

Zurzeit existieren 13 Klassen mit einer Schülerzahl von sieben bis acht Schülern in der Vorstufe, neun bis elf Schülern in der Unterstufe, 11 Schüler in den Mittelstufen, 10 bis 12 Schüler in den Ober- und Berufspraxisstufen der Schule.

Auch die personelle Ausstattung der Schule konnte in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. Als Lehrkräfte, pflegerisches, therapeutisches und allgemeines Personal sind an der Jordan-Mai-Schule folgende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt:

23 Sonderschullehrer

3 Lehramtsanwärterinnen (JMS ist auch Ausbildungsschule)

14 Fachlehrer

1 Krankenschwester

3 Kinderpflegerinnen

1 Sekretärin

1 Küchenhilfe

1 Hausmeister

10 Zivildienstleistende

1 Jahrespraktikantin im Freiwilligen Sozialen Jahr

 

Zeitweilig unterstützen uns folgende Personen:

1 Musikschullehrer der Musikschule Gladbeck

2 Krankengymnastinnen

3 Ergotherapeutin

3 Sprachtherapeutinnen

aus freien Praxen des Stadtgebietes.

All diese Personen kümmern sich um die unterrichtliche Versorgung unserer Schule, beginnend bei der Abfahrt am Elternhaus mit dem Schulbus, über den Unterrichtstag, über die Angebote zur Therapie in der Schule bis hin zur Rückkehr ins Elternhaus.  Um die unterschiedlichen Arbeitsaufgaben und Berührungspunkte zu koordinieren ist es für uns unabdingbar, sehr regelmäßig miteinander zu sprechen und gemeinsame Vorgehensweisen abzustimmen.

 

2.3.2            Unsere Schüler

Wir unterrichten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistigen Behinderungen oder Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Mehrfachbehinderungen, bei denen die geistige Behinderung im Vordergrund steht. Dabei werden Kinder mit sehr unterschiedlichen Entwicklungsproblemen aufgenommen. Wurde früher die Definition einer geistigen Behinderung primär anhand eines statistischen Wertes nach Durchführung eines Intelligenztestes vorgenommen, stehen heute der individuelle Förderbedarf und der angemessene Förderort für das Kind im Vordergrund. Eine geistige Behinderung liegt in diesem Verständnis dann vor, wenn voraussichtlich lebenslange Hilfen in sicherlich unterschiedlichem Ausmaß bei der Lebensbewältigung nötig sein werden (s.a. Aufnahmeverfahren). Eine geistige Behinderung kann sehr unterschiedliche Ursachen mit sehr verschiedenen Behinderungsbildern haben, so dass nur ein kleiner Teil beschrieben werden kann. Frühkindliche Hirnschädigungen, Anfallsleiden, Cerebralparesen, massive Störungen der Wahrnehmung und deren Verarbeitung, autistische Störungen, Chromosomale  Aberrationen (Veränderungen), wie das Down-Syndrom, oder das Fragile-X-Syndrom oder andere Syndrome.

Ein Teil der Schüler unserer Schule wird als „schwerstbehindert“ bezeichnet. Die Kinder haben einen stark erhöhten Förderbedarf in unterschiedlichen Bereichen, der durch massive Mehrfachbehinderungen, Beeinträchtigungen in motorischen, sensorischen, emotional-sozialen Bereichen oder durch gravierende Verhaltensauffälligkeiten bedingt ist.

Um nicht innerhalb einer Gruppe von Behinderten eine weitere Gruppe als besonders massiv beeinträchtigt zu definieren, sprechen wir deshalb oft von Kindern mit „erhöhtem Förderbedarf“ im Bereich von Unterricht, Erziehung, Pflege und Betreuung. Dies erscheint uns sehr viel griffiger zu sein, da diese Kinder so sehr viel besser umschrieben werden.

 

2.3.3           Lehrer und Unterrichtshilfen

Verschiedene Berufsgruppen mit unterschiedlichen Ausbildungen nehmen die unterrichtlichen und pflegerischen Arbeiten an der Schule wahr. Primäre Verantwortung für die Arbeit in der Klasse trägt das Klassenteam, bestehend aus Sonderschullehrer, Fachlehrer und Kinderpflegerinnen. Sie nehmen gemeinsam die Klassenlehrerfunktion wahr. Unterstützt werden die Teams durch Zivildienstleistende und Jahrespraktikantinnen. Sonderschullehrer haben ein Studium der Sondererziehung und Rehabilitation der Geistigbehinderten, sowie eine weitere Behinderungsform und ein oder mehrere Unterrichtsfächer studiert. Nach einem mindestens achtsemestrigen Studium, erfolgte eine praktische Ausbildung als Lehramtsanwärter mit anschließendem II. Staatsexamen. Fachlehrer haben nach der Ausbildung zum Erzieher oder auch Handwerksmeister zusätzlich eine sonderpädagogische Qualifikation erworben. Grundlage für diese Qualifikation ist eine länger andauernde, regelmäßige Arbeit an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung oder vergleichbaren Einrichtungen. Sie absolvieren dann abschließend einen eigenständigen Ausbildungsgang an einem Studienseminar für Sonderpädagogik.

Kinderpflegerinnen, Krankenschwester, Praktikantin im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Zivildienstleistende werden zusätzlich über den normalen Stellenrahmen hinaus beschäftigt und vom Schulträger finanziert.

 

2.3.4           Förderverein

Die Ziele und Tätigkeiten dieses Vereins sind die ideelle und materielle Förderung der Jordan-Mai-Schule, Beihilfen zur Beschaffung von Unterrichtsmaterialien, Förderung des Schulsports, von Schulwanderungen, Studienfahrten und der Elternarbeit. Der Förderverein ist ein eingetragener Verein, dessen Mitglieder sich im Wesentlichen aus den Eltern und Lehrern der Jordan-Mai-Schule zusammensetzen. Die für die oben genannten Ziele und Tätigkeiten erforderlichen finanziellen Mittel stammen zu einem Teil aus Mitgliederbeiträgen und zu einem anderen aus Spenden.

Mit hohem finanziellen Aufwand wurden u.a. ein Schulgarten geschaffen, der Schulhof saniert, die technische Ausstattung der Schule verbessert, die Teilnahme aller Schüler an den Klassenfahrten ermöglicht, bauliche Veränderungen geschaffen. Zuletzt hat der Förderverein die Anschaffung eines schuleigenen Busses über die „Aktion Mensch“ mitfinanziert. Der Mindestbeitrag beträgt zurzeit jährlich 12,27 €.

Der Förderverein der JMS ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der eine entsprechende Bestätigung von Seiten des Finanzamtes erhielt. Bei Spenden über 50,00 € können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.

 

2.4 Alltag an der JMS

2.4.1 Bustouren

Die Schüler nehmen in der Regel am Schülerspezialverkehr der Schule teil. In einem ringförmigen Sammelverkehr werden die Schüler in verschiedenen Bussen zur Schule gebracht. Mitunter ist es sinnvoll, dass einige Schüler an einem Sammelplatz zusammen abgeholt werden.  Die Fahrzeit sollte maximal 45 Minuten pro Fahrweg betragen, allerdings sehen die Bestimmungen eine maximale Fahrzeit von einer Stunde vor. Die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen (Gurte/Kindersitze) sind zu benutzen. Die Schüler werden durch eine Busbegleitung während der Fahrt betreut. Für die Rollstuhlfahrer wird ein spezieller Fahrdienst eingerichtet. Je nach Leistungsvermögen können Schüler den Schulweg selbständig zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen. Hierzu bedarf es einer Absprache zwischen den Erziehungsberechtigten und der Schule, die auch in Form einer Aktennotiz zu den entsprechenden Schülerakten genommen werden muss.

 

2.4.2 Unterrichtszeiten

Schulzeiten sind montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Die Klassenteams haben das Recht, eine Stundentafel für die Klasse zu erstellen, die die individuellen Bedürfnisse der Schüler berücksichtigt. Die Eltern erhalten mit Beginn des Schuljahres einen für die Klasse gültigen Stundenplan mit Bezeichnungen der Inhalte, sowie der Zeiträume. Der Stundenplan ist somit individuell, auf die Lerngruppe abgestimmt, zeitlich in unterschiedliche Unterrichtsphasen in den einzelnen Stufen differenziert und inhaltlich auf die individuellen Förderbedürfnisse der Schüler abgestimmt.

An der Jordan-Mai-Schule gibt es eine nur sehr zurückhaltend läutende Schulglocke. Sie läutet den Beginn und das Ende des gesamten Tages ein, sowie einige Fixpunkte im Laufe des Schultages. So können die Lehrer individuell auf die Bedürfnisse der Schüler einer jeden Klasse eingehen. Über den Unterrichtstag verteilt werden den Schülern 3 große Unterrichtsblöcke angeboten. Rhythmisiert wird der Tag durch Essenszeiten, Pausen und Zeiten der gestalteten Freizeit. In den Pausenzeiten stehen den Schülern folgende Bereiche zur Verfügung:
  •   Schulhof (Ballspielbereich, Sandkästen, Schaukeln)
  •   Spielgarten
  •   Klassenräume und Flur

 

Die Pausen werden zeitlich und inhaltlich in jeder Klasse individuell gestaltet. Es gibt eine Pausenaufsicht für bestimmte Bereiche auf dem Schulhof, ansonsten sondern die Schüler einer Klasse werden von ihren Lehrern beaufsichtigt und betreut.

Regelmäßige Angebote in allen Pausen:

  •   Fahrzeuge (Kettcars, Fahrräder, etc.)
  •   Ballspiele (Tischtennis, Basketball, Fußball)
  •   Schaukeln
  •   Sandkasten und Sandspielzeug

 

Zusätzlich finden Angebote für eine gestaltete Freizeit statt: Tanzen, Fußball AG, Pausensport in der Turnhalle. Mit der Neubaumaßnahme verbunden war eine Umstrukturierung des Schulgeländes. Hier wurden die bestehenden Flächen saniert und ein neues Konzept, welches verschiedene Spiel- und Aktivitätszonen vorsah, realisiert.

 

2.4.3 Klassenfahrten

Lehrer und Schüler nehmen in der Regel einmal im Jahr an einer Klassenfahrt teil. Für diese Klassenfahrt besteht eine Teilnahmeverpflichtung der Schüler, da es sich um Unterricht für diese Klasse handelt. In den Sitzungen der Klassenpflegschaft werden geplante Fahrten und der finanzielle Rahmen besprochen und festgelegt. Klassenfahrten wollen mehr sein als reine Ausflugstouren. So kann in einer Klasse die lebenspraktische Unterweisung und somit die Selbstverpflegung im Vordergrund stehen, während für eine andere Stufe beim Aufenthalt auf einem Ponyhof das therapeutische Reiten zum Mittelpunkt wird. Durch die Anschaffung eines eigenen Schulbusses wurde die Mobilität der einzelnen Klassen gesteigert:

  • Klassenfahrt
  • Ausflüge
  • Unterrichtsgänge
  • Theaterbesuche
  • Und vieles andere…

Viele Dinge, die auch in diesem Schulprogramm beschrieben sind, werden so erleichtert.

(Weitere Informationen im Konzept „Klassenfahrten“ )

 

2.4.4 Schulveranstaltungen

Im Sinne einer Förderung der gesamten Persönlichkeit des Schülers halten wir es für wichtig, das Schulleben lebendig und aktiv zu gestalten. In der Jordan-Mai-Schule organisieren Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam über das ganze Jahr verteilt eine ganze Reihe von Veranstaltungen, mit denen wir unser Schulleben füllen.

  •   St.- Martins – Fest für die Kleinen der Schule
  •   Karnevalsfest meist am Freitag vor dem Karnevalswochenende
  •   Nikolausfeiern / Weihnachtsfeiern
  •   Gottesdienste zu Aschermittwoch, Ostern, im Herbst, zu Weihnachten, zum Schulanfang, zur Schulentlassung, und zum Schuljahresabschluss
  •   Sommerfest
  •   Sportfest
  •   Projektwochen
  •   Schwimmfest
  •   Wallfahrten

Während in der obigen Aufzählung alle Eltern und deren Kinder angesprochen werden, finden die nachfolgenden Aktivitäten eher auf Klassen- oder Stufenebene statt.

  •   Klassenfahrten
  •   Übernachtungsaktionen
  •   Einkehrtage in St. Altfried Essen
  •   Musikkurse der Musikschule Gladbeck
  •   Teilnahme am Großprojekt der Musikschule mit den Unterstufenschülern
  •   Tanzkurs
  •   Theaterbesuche
  •   Elternnachmittage

 

Bei schulischen Veranstaltungen außerhalb der Unterrichtszeit besteht ebenfalls Teilnahmeverpflichtung, wenn die Veranstaltung im Rahmen der Unterrichtsarbeit steht und nicht anderweitig zu organisieren ist.

 

2.4.5   Projekte / Projektwochen

Unsere Schule nahm 1999 an einem europäischen Projekt „Umweltschule in Europa“ teil. Nach einigen Vorüberlegungen wurde in der Lehrerkonferenz und in der Schulkonferenz die Teilnahme unserer Schule am EG-Programm "Umweltschule in Europa" beschlossen. Gemeinsam mit 1300 Schulen in Europa wollten wir innerhalb von 18 Monaten ein gemeinsames Schulprojekt durchführen, zu dem alle Klassen einen Beitrag leisten werden. Aber nicht nur die Klassen sind davon betroffen, auch in der Verwaltung sollen Überlegungen zur sinnvollen Nutzung der Natur angestellt werden, der Hausmeister, die Zivildienst­leistenden sollen und werden mit einbezogen. Wir alle tragen so mit kleinen Puzzlesteinen auf dem Weg zu einer umweltgerechten Schule bei. Die Teilnahme endete im Juni 2000 mit Erstellung einer Dokumentation und einer anschließenden Preisvergabe. Der Preis besteht ausschließlich darin, im Namenszug der Schule den Titel "Umweltschule in Europa" führen zu können. Wir arbeiten in diesem Projekt unter zwei Hauptgesichtspunkten: „Müllverwertung und Müllvermeidung“ und „Schule zum Wohlfühlen“ mit einem untergeordneten Aspekt der „naturnahe Umgestaltung des Außengeländes“.

 

Als zweites Projekt hatten wir uns gemeinsam mit der Musikschule und der integrativen Luther-Schule entschlossen, das musikalische Märchen von Prokofjew, „Peter und der Wolf“ einzustudieren und in der Stadthalle im Herbst 2000 aufzuführen. Teilgenommen haben bevorzugt Schüler der unteren Klassen, während den älteren Schüler die Herstellung von Dekoration und Bühnenbild obliegen. Auf der Webseite der Schule findet sich ein Bericht der bischöflichen Pressestelle von der Generalprobe und Zeitungskritiken. Schon zum zweiten und dritten Mal veranstalteten wir im Frühsommer 2001 und 2003 ein internationales Judoturnier mit 600 Teilnehmern aus allen europäischen Ländern. Erstmalig trat am Abend der Abschlussveranstaltung die Schulband auf und gab ein einstündiges Konzert.

 

Im Herbst 2001 stand das Zirkusprojekt – ein Mitmachzirkus der Familie Sperlich – als großes Projekt ins Haus. Mehr als 1500 Kinder und Erwachsene aus Gladbeck besuchten die vier Veranstaltungen im September 2001. Auch hierüber gibt es eine Dokumentation im Internet.

 

Die Kunst-AG und die Schulband gestalteten mit eigenständigen Beiträgen 2002 zur Vorstellung des Memorandums „Erziehung erfordert Einsatz“ des Bistums Essen in der Zeche Zollverein eine Großveranstaltungen mit rund 1000 Fachleuten aus dem Bistum Essen. Zeitungen und WDR berichteten ausführlich.

 

Im Sommer 2005 führten wir eine Kunst-Projektwoche – unter dem Motto „jeder mensch ist ein künstler“ durch.  Wir waren gemeinsam mit bekannten Künstlern und Künstlerinnen aus der Umgebung künstlerisch tätig und konnten so vielfältige neue Ideen und Arbeitsansätze in die Schule holen.

 

Im Jahr 2006 stand das Thema „Unterstützte Kommunikation“ im Vordergrund. Neben zahlreichen Fortbildungen für das Kollegium, konnte eine Projektwoche zu diesem Thema durchgeführt werden.

Nach den Sommerferien 2007 veranstalteten wir auch auf den besonderen Wunsch der Schulpflegschaft wieder einmal ein großes Sommerfest auf unserem Schulgelände.

 

2008 stand ganz im Zeichen der Bewegung: Die Projektwoche Sport und Gesundheit bot Schülern wie Eltern und Lehrern entsprechende Angebote. Ein Ernährungsberaterin bereitete in Zusammenarbeit mit vielen fleißigen Händen aus dem Kreis der Eltern ein gesundes Schulfrühstück, während die Schüler und Schülerinnen der Schule an bewegungsorientierten Angeboten teilnahmen.


2009 wurde wieder das traditionelle Sommerfest durchgeführt.

 

Das Jahr 2010 stand ganz unter dem Zeichen der Kulturhauptstand Europas. Als eine von 52 spirituellen Kulturtankstellen des Bistums Essen ausgewählt, darf die Schule unter anderem das Label der Kulturhauptstadt tragen und engagiert sich mit einem „Engelprojekt“, bei dem verschiedene Künstler und Künstlerinnen zusammen mit unseren Schülern und Schülern arbeiten.

 

Sehr ungewöhnlich waren die beiden Projektwochen Mitte bis Ende September 2010. Hier stand neben dem „Engel der Kulturen“, die Arbeit an einem Schwarzlichtstück im Sinne des Prager Theaters im Vordergrund. Neben vielen Eltern, Freunden und Verwandten besuchten uns auch mehr als 250 Kinder aus den umliegenden Grundschulen und Kindergärten, um gemeinsam mit uns an speziellen Themen zu arbeiten, sei es künstlerisch kreativ oder schriftstellerisch. Insgesamt besuchten uns in der Local-Hero-Woche mehr als 1500 Menschen und sie alle waren begeistert.

Nicht zuletzt meldete sich sogar die ARD-Tagesschau, um von unseren Projekten bundesweit zu berichten. Und auch der Bürgermeister der Stadt Gladbeck fand sehr lobende Worte: „Glauben Sie mir, als Bürgermeister der Stadt Gladbeck sehe ich viele Vorführungen von Schulen. Das was ich heute gesehen habe, bleibt mir sicher als eine der besten Vorführungen in Erinnerung!“

Wir glauben, dass wir die Schule mit der Local-Hero-Woche ganz deutlich in den Fokus der Gladbecker Bevölkerung gerückt haben. Und unsere Schüler und Schülerinnen waren sehr stolz, ihre Ergebnisse der Projektwoche präsentieren zu können - beim Theaterspiel, beim Musizieren oder beim bildnerischen Gestalten.

Konzeptionell wurden die folgenden Aspekte berücksichtigt:

1.        Projektwoche

- Gruppenarbeiten zum Thema „Engel“ (Drucken, Malen, Internetrecherche, kreatives Schreiben, Skulpturenbau, Schwarzlicht, etc.)

- Arbeit am Symbol „Engel der Kulturen“ mit einer Eröffnungsveranstaltung in der Turnhalle

2.        Projektwoche

- Durchführungsphase: Vorstellungen an Vormittagen und an den Abenden (vormittags Kindergärten und Grundschulen – abends Eltern und Freunde der Schule)

- Abends: Veranstaltungsprogramm: Theater und Musik

siehe auch:    http://www.jordan-mai-schule.de/schwarzlichttheater-2010.html

http://www.jordan-mai-schule.de/aktuelles-mainmenu-26/319-ein-erster-heldenfilm.html

http://www.jordan-mai-schule.de/aktuelles-mainmenu-26/305-projektwochen-5-tag.html

http://www.jordan-mai-schule.de/aktuelles-mainmenu-26/304-projektwochen-4-tag.html

Einfach mal reinschauen…!


2.4.6   Arbeitsgemeinschaften

Arbeitsgemeinschaften sind fester Bestandteil des Stundeplanes in den Mittel-, Ober- und Berufspraxisstufen.

Der strukturelle Rahmen ist folgendermaßen gesetzt:

  •   Es besteht eine Teilnahmepflicht
  •   Arbeitsgemeinschaften können frei gewählt werden.
  •   Bestimmte Schüler werden gesetzt / einer AG zugeordnet.
  •   Jeweils zu den Ferienabschnitten erfolgt eine Neuwahl.
  •   Die Entscheidung für eine Arbeitsgemeinschaft ist verbindlich.

 

Lerngemeinschaften gab es schon zu folgenden Bereichen:

Theater

Modellbau

Nagelbilder

Snoezelen

Computer / Internet

Flöten

Fußball

Kerzen Werkstatt

Holzarbeiten

Licht und Schatten

Theater

Trampolin

Körperpflege

Forscher

Schülerzeitung

Basale Angebote

„Schwebi„ Theater

Sportspiele

Unterstützte Kommunikation

Air-Tramp

Figuren gestalten

Bewegungs-spiele mit Musik

Trommeln

Therapeutisches Reiten

Nähen an der Maschine

Badminton

Schwarzlicht-Theater

Gesellschafts-spiele

Seidenmalerei

Leichtathletik

Begegnung mit Pferden

Schminken

Hallenhockey

Stoffe und Farben

Gebärden-sprache

Mülldetektive

Modellieren mit Gips

Großflächiges Malen

In den AGs können unsere Schüler ihren Neigungen nachgehen, Fähigkeiten erproben und Fertigkeiten verbessern. Das gelingt umso besser, je größer die Themenvielfalt ist, aus der ausgewählt werden kann. Hier liegt es an den Lehrern, Angebote zu machen, die die Schüler interessieren und auch ihre unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten im Auge haben. Bei der Wahl der "richtigen" Arbeitsgemeinschaft stehen die Klassenteams ihren Schülern hilfreich zur Seite. Für alle Schüler bieten die Lehrer so viele AGs an, dass die Bildung sehr kleiner Gruppen möglich wird. Bedingt dadurch können auch die schwerstbehinderten Schüler recht gut in die Arbeitsgemeinschaften eingebunden werden. Eine große Unterstützung dabei sind unsere Zivildienstleistenden, die dem einzelnen Schüler helfen, seine Vorhaben möglichst selbständig auszuführen. Arbeitsgemeinschaften dienen aber nicht nur dem selbstbestimmten Erlernen von Fertigkeiten. Vielmehr findet hier - ohne dass die Schüler darauf aufmerksam gemacht werden müssen - soziales Lernen statt. Schüler aus anderen Klassen sowie die AG-Leiter sind eben nicht so vertraut wie die Klassenkameraden und die täglich gewohnten Lehrer; die Zusammenarbeit muss sich erst einspielen.

(Weitere Informationen im Konzept „Arbeitsgemeinschaften“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html )

 

2.4.7   Gestaltete Freizeit

Die Gestaltete Freizeit ist die Zeit zwischen Mittagessen und dem Nachmittagsunterricht. Diese freie Zeit bedarf der besonderen Gestaltung. Die Schüler sollen in dieser Zeit unterschiedliche Beschäftigungsangebote räumlicher, materieller und personeller Art erhalten, die sie nach dem Prinzip der Freiwilligkeit in Anspruch nehmen können.

Räumliche Angebote: Auf dem Schulgelände und im Schulgebäude sind in dieser Zeit bestimmte Flächen/Räume für verschiedene Aktionsformen reserviert (Bewegungs- und Ruheräume, Spielbereiche für verschiedene Sportarten wie Tennis, Basketball). Einmal wöchentlich findet in der Gestalteten Freizeit der Pausensport mit Herrn Busch statt.

Materiale Angebote: In den o.g. Bereichen finden die Schüler   Beschäftigungsmöglichkeiten (Fahrzeuge, Sandspielzeug, Bälle, Bücher, CDs und Kassetten, Computer, Gesellschaftsspiele u.a.), die sie zur individuellen Freizeitgestaltung nutzen können.

Personelle Angebote: Es werden von den Beschäftigten der Schule (Kollegen, Hilfskräfte, Hausmeister) Angebote gemacht, die mit den Personen eng verbunden sind. Nutzung der Musikinstrumente, Ballspiele, Vorlesen, Mithilfe bei Hausmeisterarbeiten, Snoezelenbetreuung.

Die Anzahl der Angebote verändert sich je nach personeller Besetzung und Witterungssituation. Durch die Einbeziehung der Turnhalle werden auch bei schlechtem Wetter Bewegungsmöglichkeiten angeboten. Je nach Bedarf finden in diesem Zeitraum auch Angebote aus dem Bereich der Förderpflege statt.

 

2.4.8   Internetauftritt

Unsere Schule hat, übrigens als eine der ersten Förderschulen im Land NRW, einen Internetzugang, der nicht nur von den Lehrern zur Informationssammlung, sondern auch von den Schülern genutzt werden kann. Eine Seite der Schule findet sich unter www.jordan-mai-schule.de. Termine und Neuigkeiten können von dieser Seite, die regelmäßig aktualisiert wird, erfahren werden.

(Weitere Informationen im Konzept „Neue Technologien“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=36%3Akonzept-neue-technologien )

 

 

2.5   Miteinander umgehen

2.5.1           Mitwirkung der Schüler - Mitwirkung der Eltern

Die Schüler der Unter-, Mittel-, Ober- und Berufspraxisstufen wählen einmal im Schuljahr einen Klassensprecher und dessen Vertreter. Aus der Mitte der Klassensprecher und Vertreter werden der Schülersprecher und dessen Vertreter gewählt. Diese treffen sich regelmäßig in der Klassensprecherkonferenz. Ebenso wählen die Klassensprecher und ihre Vertreter einen Vertrauenslehrer, der die Arbeit der Klassensprecherkonferenz begleitet, unterstützt und berät. Die gewählten Vertreter der Klassensprecherkonferenz nehmen mit dem Vertrauenslehrer an der Schulkonferenz mit beratender Stimme teil. Nur durch das gemeinsame Bemühen von Schule und Elternhaus können die Erziehung und die Förderung eines behinderten Kindes sinnvoll durchgeführt werden. Hierzu ist die Zusammenarbeit mit den Eltern unabdingbar. Nach Artikel 6 des Grundgesetzes obliegt den Eltern das natürliche Erziehungsrecht. Auch die Schule hat nach Artikel 7 Grundgesetz und der Landesverfassung einen Erziehungsauftrag. Eltern sollten der vorliegenden Konzeption im Wesentlichen zustimmen und diese gemeinsam mit der Schule weiterentwickeln. Hierzu gehören selbstverständlich auch kritische Auseinandersetzungen, Fragen und Anregungen – eine in regelmäßigen Abständen durchgeführte Fragebogenaktion bietet hier Hilfestellung, Probleme rechtzeitig zu erkennen, Dinge neu zu strukturieren oder veränderten Erwartungen an Schule Rechnung zu tragen.  Ihrerseits berät die Schule die Eltern bei der Schullaufbahn des Schülers in fachlicher und pädagogischer Hinsicht. Um gegebenenfalls besondere Verhaltensweisen eines Schülers richtig zu interpretieren, ist es sinnvoll, dass besondere Umstände im privaten Bereich den Lehrern mitgeteilt werden. Zu den Aufgaben der Eltern gehört es auch, sich bei den Lehrern nach der schulischen und pädagogischen Entwicklung des Kindes zu erkundigen und die Gesprächsangebote der Lehrer wahrzunehmen. Hierzu werden Elternsprechtage eingerichtet, nach Wunsch führen die Lehrer auch Hausbesuche durch; die Lehrer sind während ausgewiesener Zeiten in der Schule zu sprechen.

 

2.5.2           Elternarbeit

Die Mitwirkung der Eltern kann in sehr unterschiedlicher Weise erfolgen, Klassenpflegschaft, Schulkonferenz, Schulpflegschaft oder Förderverein sind die wesentlichen Gremien der Elternmitarbeit an der Schule. Darüber hinaus ist eine Vielfalt von möglichen Beteiligungsformen denkbar. Zu denken ist hier an:

  •   Mithilfe bei Unterrichtsgängen
  •   Wanderungen und Klassenfahrten
  •   Vorbereitung und Durchführung von Klassenfeiern und Schulfesten
  •   Gesprächs- und Diskussionsabende der Eltern und Lehrer
  •   Vorträge und Diskussionen im Sinne der Fort- und Weiterbildung
  •   Religiöse Veranstaltungen und soziale Aktionen

Ein ständiger Austausch mit den Erziehungsberechtigten ist wünschenswert (z.B. Informationen über besondere Vorkommnisse in der häuslichen Umgebung - Krampfanfälle etc.)

  •   Elternsprechtag
  •   Sprechzeiten nach telefonischer Absprache
  •   Hausbesuche
  •   Elterneinsatz bei anliegenden Schularbeiten (Fahrradreparatur, Schulgarten)
  •   themenorientierte Elternabende

 

2.5.3           Zusammenarbeit im Kollegium und Klassenteam

Gemeinsamer Unterricht im Team bietet somit viele Chancen, auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler einzugehen. Von den Lehrkräften fordert er aber auch ein großes Maß an Absprachen, Einigungen und Kompromissen, um zu gemeinsamen pädagogischen Einschätzungen zu gelangen oder die unterschiedlichen persönlichen Auffassungen und Arbeitsweisen miteinander in Einklang zu bringen.

Der offizielle regelmäßige Informationsaustausch wird u.a. durch monatlich stattfindende Lehrerkonferenzen sichergestellt. Diese monatliche Konferenz wird häufig mit zusätzlichen Stufen- bzw. Fachkonferenzen verknüpft, um die Arbeitsbelastung der Lehrer und Lehrerinnen durch zusätzliche Termine in Maßen zu halten. Unabhängig treffen sich die Kollegen und Kolleginnen in unregelmäßigen Abständen zu Stufen- und Fachkonferenzen, wenn es inhaltlich erforderlich ist.

Zu einzelnen Fachgebieten (Lesen / Schreiben / Mathematik / Hauswirtschaft / Schwerstbehindertenförderung und Religionslehre) sind Fachkonferenzen eingerichtet, die besondere Aspekte eines Unterrichtsfaches oder Unterrichtsgegenstandes erörtern. Ziel einer Fachkonferenz ist dabei, eine einheitliche Konzeption sowie den systematischen Aufbau eines Lehrgangs zu entwickeln. In Stufenkonferenzen werden die Unterrichtskonzepte der einzelnen Stufen weiterentwickelt.

In jeder Klasse arbeiten mehrere Kollegen, oft unterstützt durch einen Zivildienstleistenden, einer Erzieherin, Lehramtsanwärtern in Klassenteams zusammen. Um hier eine abgestimmte kontinuierliche Unterrichtsarbeit zu gewährleisten, sind tägliche Absprachen und regelmäßige Teamgespräche eine selbstverständliche Notwendigkeit.

Verschiedene Informationstafeln / schwarze Bretter unterstützen den alltäglichen Informationsaustausch.

Die Kooperation zwischen Schulleitung und Kollegium wird durch monatliche Zusammenkünfte zwischen dem Lehrerrat und der Schulleitung unterstützt. Im Sinne einer Evaluation der Teamprozesse an unserer Schule wurde im Schuljahr 2006/2007 eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, den Ist- und den Sollstand der Teamarbeit an der Schule zu ermitteln und entsprechende Rückschlüsse für eine Verbesserung der Kooperationen im Kollegium zu ziehen.

In einer ersten Bestandsaufnahme durch eine Fragebogenaktion, bei der alle Kollegen befragt wurden, zeigte sich, dass es zwar ein hohes Maß an persönlicher Zufriedenheit in diesem Punkt gibt, es allerdings im Bereich der Zusammenstellung von Klassenteams zu deutlichen Differenzen im Team kommt.

(Weitere Informationen im Konzept „Team-Vereinbarungen“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=25%3Aauswertung-teamfragebogen-2007 )

 

Einmal im Jahr nutzen wir die Möglichkeit zu einer schulinternen Fortbildung. Dabei bemühen wir uns im Austausch über die Unterrichts- und Erziehungsarbeit an unserer Schule, gemeinsame pädagogische Zielvorstellungen zu entwickeln. Schulinterne Lehrerfortbildungen stärken die gemeinsame Verantwortung des Kollegiums für die Interessen der Schüler der Schule.

So konnten bisher folgende Fortbildungsangebote für das ganze Kollegium gemacht werden:

 

2000 / 2001:  Zirkus

In Zusammenarbeit mit Pusteblume und dem Zirkus Sperlich – als Vorbereitung auf das Zirkusprojekt der Schule

2001 / 2002:  Verhaltensauffällige Schüler

In Zusammenarbeit mit dem IFL-Mülheim, Johannes Schumacher und Dr. Freiya  (Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie)

2002 / 2003:  Schwarzlichttheater

In Zusammenarbeit mit Sommertheater Pusteblume, Köln

2003 / 2004:  Kinästhetik, Pflegehandling

In Zusammenarbeit mit Frau Ernst (Kinästetin)

2004 / 2005:  Kunst in der SfGB

In Zusammenarbeit mit dem Kunstteam des Städtischen Kunstmuseums Buer

2005 / 2006:  Unterstützte Kommunikation

In Zusammenarbeit mit Wilma Simon, Meike Stahl und der Fa. Prentke Romich

2006 / 2007:  Schulprogramm und Schulentwicklung

Selbstorganisierte Fortbildung mit Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen des Schulprogramms

2007 / 2008:  Mathematikunterricht und Sachkunde in der FÖGG

In Zusammenarbeit mit dem Studienseminar Gelsenkirchen

2008 / 2009:  Kinästhetik, Pflegehandling, Rückenschule, Basale Aktivierung

In Zusammenarbeit mit Frau Ernst (Kinästetin)

2009 / 2010:   Konfliktinterventionsstrategien / Schule und Gewalt

In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzteam Recklinghausen

Erste-Hilfe Kurs für Kinder (1. Durchgang)

 

Im Schuljahr 2009/2010 ergab eine Abfrage der Fortbildungswünsche des Kollegiums zwei Schwerpunkte: Autismus und Teacch, sowie Förderung Schwerstbehinderter Schüler und Schülerinnen

2010 / 2011:   Erste-Hilfe Kurs  für Kinder (2. Durchgang)

Geplant (Teacch / Förderung schwerstbehinderter Schüler)


3.    Unterricht

 

Mittlerweile sind die mehr als 30 Jahre alten Richtlinien in einer Neufassung als Entwurf revidiert worden. Interessanterweise ist es nach Fertigstellung des Entwurfes bemerkenswert ruhig um die Neufassung der Richtlinien geworden. Einen Einblick erhält man hier: www.jordan-mai-schule.de (Downloads – Texte für Lehrer –Richtlinien Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung NRW).

3.1          Unterrichtsprinzipien

Gebrauch von Kopf, Herz und Hand

Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ bedeutet, dass es im Bereich des unterrichtlichen Handelns keine Trennung von abstraktem, gefühlsmäßigem und praktischem Lernen geben sollte, Lerngegenstände sollten immer mehrdimensional erfahren und begriffen werden. Dies ist ein didaktisches Junktim für alle Lernprozesse an der Schule. Nur durch eine gelungene Integration sozialer, emotionaler, motorischer und kognitiver Lernprozesse kann erfolgreiches Lernen gewährleistet werden. Hierzu sind insbesondere bei den jüngeren Schülern sehr elementare Förderungen nötig, die sich unter dem Gesichtspunkt einer psychomotorischen Entwicklungsförderung fassen lassen.

Lernen in Zusammenhängen

Reale Probleme, aktuelle Fragestellungen und Situationen sind Ausgangspunkte für Lernerfahrungen, die Schüler in die Zone der nächsten Entwicklung bringen.

Direkte Sinneserfahrungen

Erfahrungen werden nicht theoretisch, abstrakt vermittelt, sondern erlebt. Die Pflege eines Tieres, das Backen eines Brotes oder die Herstellung eines Tellers kann zwar auch abstrakt vermittelt werden, der Lernerfolg ist aber fraglich. Konkretes Lernen bedeutet für uns die Pflege von Muxx, der unermüdlichen Rennmaus, das Backen von Brot und Brötchen für das Frühstück und Abendessen, der Besuch in der Bäckerei oder die Herstellung eines Tellers im Tonraum beginnend vom Tonmaterial bis hin zu Glasur und dem abschließenden Brennvorgang im Tonofen.

Lernen vor Ort

Wo direkte sinnliche Erfahrungen innerhalb der Schule nicht möglich sind, werden Lernorte außerhalb der Schule aufgesucht. Es ist immer sinnvoll, wenn Schüler auf eine Entdeckungsreise gehen und gelerntes direkt und unmittelbar anwenden. Dies gilt für den Einkauf im Supermarkt, wie für die Kontrolle des Wechselgeldes an der Kasse oder die Erfahrung, wie man eine Wohnung sauber hält. Aus dem konkreten Anlass entsteht ein Bedürfnis zu lernen und in Erfahrung zu bringen, wie Dinge funktionieren.

Konsequenzen eigenen Handelns erfahren

Je nach Entwicklungsstand sollten die Schüler ihren Lebensbereich selber gestalten; Gelerntes wird dabei unmittelbar angewendet, die Folgen eigenen Handelns können so direkt erfahren werden.

Eigenes Handeln in Zusammenhänge einordnen

Der Zweck des Lernens wird deutlich, wenn Schüler wissen, wo sie mit ihrer Arbeit stehen und wozu diese dient. Mitbestimmung bei Unterrichtsinhalten, gemeinsame Zielvereinbarungen und Rückmeldungen über Erreichtes sind Kennzeichen eines am Schüler orientierten Unterrichts.

Differenzierung

Lehrer berücksichtigen bereits bei der Planung von Unterrichtsinhalten die sehr unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Schüler. Trotz der so unterschiedlichen Entwicklungen der Schüler sollte gewährleistet sein, dass jeder Schüler seinen eigenen, individuellen Zugang zum Lerngegenstand findet und somit entsprechend gefördert und gefordert wird.

Bewusst gestaltete Umgebung

Lernen, Handeln, Umgangsformen werden durch sinnliche Anreize aus Umgebung, Architektur und Raumgestaltung positiv beeinflusst. Auszugehen ist insbesondere an unserer Schulform von einer engen Verbindung zwischen der sinnlichen Erfahrung einer Sache und dem sinnvollen Handeln. Leben mit den Sinnen gibt dem Leben einen wirklichen, erfahrbaren Inhalt. Wenn man sich mehr auf seine sinnlichen Wahrnehmungen verlässt, begreift und achtet man sich selbst und seine eigenen Gesetzmäßigkeiten, ebenso die Dinge, Lebewesen und Lerngegenstände, mit denen man in Berührung kommt. Unser Schulgebäude, unsere Klassen-, Fach-, und Therapieräume sind nicht mit „normalen“ Schulzimmern vergleichbar, vielmehr werden alle Räume sehr bewusst und zielgerichtet gestaltet. Sie bieten neben dem üblichen Schulinventar auch Küchenzeilen, Ruheecken und Aktivitätszonen, die den Bedürfnissen der Schüler entsprechen sollen. Gleichzeitig soll der Klassenraum Platz für Differenzierungsmaßnahmen, wie Gruppenarbeit und Einzelförderung bieten. Die Einrichtungen orientieren sich dabei an der Realität, d.h. an dem, was Schüler in ihrem häuslichen Rahmen vorfinden und nutzen (z.B. die Lehrküche in Form einer immer wieder ähnlichen Küchenzeile). Turnhalle und andere Funktionsräume für Bewegungserfahrungen bieten Möglichkeiten zum Agieren und Bewegen, zur gezielten Bewegungserfahrung, zu therapeutischen Angeboten und zur Ruhe, zur physischen und psychischen Entlastung. Das Außengelände mit Spielflächen, Sandkästen und Spielgeräten lässt sich vielfältig nutzen. Kleinspielfelder für Fuß- und Basketball, zum Wippen und Schaukeln, zum Klettern und Kriechen, zum Fahrrad- und Rollerfahren sind so auf einer ehemals, ausschließlich asphaltierten Fläche entstanden.

 

 

3.2   Realisierung von Unterricht in Handlungsfeldern

Zentrales Kennzeichen der Arbeit an der Schule ist der vorhaben- oder projektorientierte Unterricht. Hier werden Aspekte einzelner Fachbereiche (z. B. Sachkunde/ musisch-ästhetischer Bereich/ Sprache/ Mengen, Zahlen und Größen) unter einem gemeinsamen Thema bearbeitet. Körpererfahrungen sind die unmittelbarsten Erlebnisse eines Kindes. Insbesondere in unseren unteren Klassenstufen mit jüngeren Kindern stellen wir hier einen großen Förderbedarf fest, den wir durch vielfältige Angebote im Bereich der propriozeptiven, vestibulären und taktilen Sinnessysteme entsprechen wollen. Diese Förderung sehen wir als Voraussetzung zur Ausbildung und Weiterentwicklung der höheren Sinnessysteme (auditiv, visuell, olfaktorisch und gustatorisch).

Körper / Sexualität

Im Rahmen des Lernfeldes Körper differenzieren wir die Bereiche „Körper und Wahrnehmung“, „Körper und Kleidung“, sowie den Bereich „Gestaltung des persönlichen Bereiches“. Direkte Bezugspunkte im Lernfeld Körper finden sich auch zum Thema „Sexualität“. Sexualerziehung ist primär Recht und Pflicht der Eltern. Unsere Schule hat sich vorgenommen, das Thema Sexualität sachkundig und Orientierung gebend zu vermitteln. Geistigbehinderte Kinder und Jugendliche brauchen ehrliche Antworten und besondere Hilfestellungen, damit sie ihre Sexualität bejahen und Liebe und Bindung verstehen können. Es sollte nicht eine reine Vermittlung biologischen Wissens erfolgen, sondern es müssen die Fragen nach der Lebensgestaltung, der Ehe und einer vielleicht möglichen zukünftigen Familie aufgegriffen und beantwortet werden. Da es sich beim Thema Sexualität um ein sehr umfangreiches und bedeutsames Thema handelt, wird es in den unterschiedlichen Schulstufen immer wieder aufgegriffen, wobei die Ziele inhaltlich differenziert und erweitert werden (Spiralcurriculum). Inhaltlich werden im Wesentlichen die folgenden Bereiche angesprochen:

  •   anatomische und physiologische Kenntnisse
  •   Möglichkeiten der Empfängnisregelung
  •   Gefährdung durch Geschlechtskrankheiten und AIDS
  •   geschlechtsspezifische Rollenverteilungen
  •   Freundschaft, Liebe
  •   Heirat, Familie, Kinder
  •   Soziale Beziehungen

Sinnvollerweise geschieht dies in enger, behutsamer und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, indem Schule auf Erziehung im Elternhaus aufbaut und diese ergänzt. Die Eltern haben das Recht, über Ziele, Methoden und Medien informiert zu werden. Ihre Meinung dazu sollte beachtet und respektiert werden. Als zweites Lernfeld definieren wir den Bereich der sozialen Beziehungen. Hier werden Unterrichtsinhalte angesprochen, die sich mit den folgenden Themen beschäftigen:

  •   Lernen von Rücksichtnahme
  •   Abbau von Distanzlosigkeit
  •   Erfahren von Grenzen
  •   Freundschaft / Partnerschaft

Auch in diesem Lernfeld ergeben sich differenzierte Abstufungen in den Zielsetzungen. So beginnt der Bereich des Spiels mit Zielsetzungen wie „alleine spielen“, es folgt die Zielsetzung „neben anderen spielen“ und erst anschließend ist die Zielsetzung „mit anderen spielen“ denkbar. Auch weitere, feinere Gliederungen in den Zielsetzungen sind selbstverständlich möglich. Von großer Bedeutung in allen Lernfeldern ist dabei die Berücksichtigung eines spiralförmigen Curriculums, welches von einem sach- und entwicklungslogisch aufgebauten Lernangebots ausgeht.

Gesundheitserziehung

Die Gesundheitserziehung an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung nimmt einen breiten Raum ein. Ziel ist, ein positives Verhältnis zu sich selbst zu finden und nach Möglichkeit auch Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Die Schule leistet im Rahmen ihrer Möglichkeiten hier einen Beitrag, der vom Elternhaus unterstützt werden sollte. Dieser Beitrag äußert sich darin, dass gesundheitliche Aspekte im Rahmen des Unterrichts thematisiert werden, dass den Schülern ein ausgewogenes Essensangebot zur Verfügung steht und ihnen ausreichende Pausen und Bewegungs- und Spielmöglichkeiten zugestanden werden. Gleichermaßen bieten Klassenfahrten und Ausflüge, Unterrichtsgänge und Projekte die Möglichkeit entsprechende Erfahrungen zu machen. Alle Schüler werden regelmäßig zahnmedizinisch untersucht. Über das Ergebnis dieser Untersuchung erhalten die Eltern eine Mitteilung.

 

Familie und Wohnen

Unsere Schüler erfahren familiäre Beziehungen sehr viel intensiver als nicht behinderte Schüler. Die Familie ist Ort der Geborgenheit und Heimat, sie bildet einen wichtigen Ruhepol im Leben. Die Familie und das Familienleben strukturieren den Tagesablauf des Schülers. Er selbst ist zumeist sehr eng mit seiner Familie verhaftet. Im Unterricht beschäftigen wir uns natürlich auch mit diesen familiären Beziehungen, aber auch mit Themen von Freundschaft, Partnerschaft, Liebe und Ehe. Dazu gehört auch das Einüben von verschiedenen Wohnformen, das eigene Zimmer, das Gestalten eigener und gemeinsamer Orte, das Kennenlernen des Wohnortes und seiner Möglichkeiten der Arbeit, des Einkaufens und der Freizeitgestaltung. Schule kann heute nicht mehr allein als Unterrichtsort verstanden werden. Besonders in unserem städtischen Bereich ist sie heute gefordert, sich auch der gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen, die sich aus den veränderten Einstellungen und Situationen der Bevölkerung ergeben. Fragen alleinerziehender und berufstätige Elternteile, Einkindfamilien, Kinder ausländischer Herkunft und Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind besondere Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.

Umfeld und Öffentlichkeit

Im Sinne von Öffnung der Schule nach außen ist es uns ein wichtiges Anliegen, unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen auch in der Außenwelt darzustellen. Leider beobachten wir in der Öffentlichkeit immer wieder eine völlige Unkenntnis der besonderen Situation geistig behinderter Menschen. Um eine Isolierung der Schule und eine dadurch verursachte Begrenzung schulischen Lernens zu verhindern, versuchen wir möglichst offen und aktiv Projekte der Umwelt in die Schule zu holen und uns gezielt mit diesen Projekten in der Schule zu beschäftigen, diese dann aber auch wieder nach außen zu tragen.

Freizeit / Medien

Freizeit wird nicht mehr vornehmlich nur als Erholungspause zum Ausgleich zwischen Schule und/oder Berufsarbeit gesehen, sondern ihr kommt in unserer Gesellschaft eine zunehmende Bedeutung als eigenständiger Lebensbereich zu, dem wir auch als Schule Rechnung tragen müssen.

Die schulische Freizeiterziehung soll unsere Schüler dazu befähigen, Freizeitmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Schule nach ihren eigenen Bedürfnissen zu nutzen. Hierbei stehen uns als Ganztagsschule besondere Möglichkeiten zur Verfügung. Neben dem Angebot freier Zeiten sollen durch die Einrichtung geeigneter Freizeiträume und -flächen in der Schule geplante und spontane Freizeitaktivitäten ermöglicht werden.

Das notwendige Bewusstsein für Freizeit soll sich durch die Erfahrung von gebundenen (Unterricht) und freien Zeiten (Pausen, Gestaltete Freizeit) entwickeln. Sie sollen die freie Zeit in ihren verschiedenen Möglichkeiten erfahren (Entspannung, Erholung, kreatives Tun, Weiterbildung und sozialer Teilhabe). Ziel der Freizeiterziehung ist in besonderem Maße auch die sinnvolle Gestaltung von Freizeit außerhalb der Schule. Freizeiterziehung findet dabei sowohl während der Freizeit selber als auch innerhalb des Unterrichts statt. Hier werden einzelne Freizeittechniken in Projekten oder Lehrgängen erarbeitet. Diese orientieren sich wie in anderen Bereichen auch an den Möglichkeiten und Interessen der jeweiligen Lerngruppe. Unseren Schüler sollen die Freizeitmöglichkeiten innerhalb der Stadt Gladbeck nahe gebracht werden, indem wir mit ihnen Freizeiteinrichtungen aufsuchen, Kontakte zu Vereinen und Gruppierungen mit geeignetem (evtl. integrativem) Angebot suchen und mit diesen bei Bedarf einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch pflegen. Im Unterricht werden computergestützte Lernprogramme angeboten. In der Regel verfügen zwar erst die Schüler der höheren Klassen über die notwendigen Fertigkeiten zu Bedienung eines Computers, gleichwohl finden sich auch in den Vor- und Unterstufen immer wieder Kinder, denen die Arbeit mit dem PC sehr viel Spaß macht und die dann einen sinnvollen Umgang mit diesen Geräten erlernen. Die Schule sichert den Bedarf in den einzelnen Klassen und stellt geeignete Geräte zur Verfügung.

Arbeit / Beruf / Sicherheit / Technik

Unter diesen Gesichtspunkt fallen alle naturwissenschaftliche Bereiche, basale und fortgeschrittener Techniken des Materialumgangs, der Umgang mit Maschinen aller Art in Küche, Werkstatt, Garten, das Erlernen der verschiedenen Produktionsprozesse (Herstellung von Brot, Milch, Papier, Kohle, Möbel, Textilien).

Verkehr

Verkehrserziehung beinhaltet gleichzeitig auch immer Sozialerziehung und Erziehung zur Selbständigkeit, sie findet mit unterschiedlichen Gewichtungen und Zielen (Verhalten als Fußgänger, Mitfahrer im öffentlichen Personennah- und Fernverkehr, als Radfahrer) in allen Stufen der Schule statt. Dabei unterrichten wir immer auch zweigleisig, zum einen in den konkreten Situationen, z.B. während eines Unterrichtsganges, aber auch gezielt, an bestimmten Gefahrenpunkten orientiert mit Hilfe der Verkehrspolizei Gladbeck. Es wird auch deutlich, dass sich gerade in diesem Bereich vielfältige Überschneidungen zu anderen Lernbereichen und -inhalten ergeben. Unsere Schule liegt recht verkehrsgünstig und ist angebunden an eine gute Infrastruktur im Stadtteil Zweckel. Lebensmittelgeschäfte, Bäcker, Post, Bus- und Bahnhaltestellen sind für die Schüler gut zu Fuß erreichbar. Verkehrserziehung kann also gleich vor der Schultür beginnen.

Zeitliche Orientierung

Wichtig für uns ist die Vermittlung zeitlicher Strukturen, da sie den Schüler oder die Schülerin in die Lage versetzen, ihr eigenes Leben zu strukturieren. Auch hier versuchen wir im Sinne eines Spiralcurriculums den Schülern zunächst mit sehr elementaren zeitlichen Strukturen zu konfrontieren, ehe konkrete und überschaubare Zeiträume erfasst werden. Dazu gehören sowohl Uhrzeiten wie Jahreszeiten, aber auch Geschichte und Zukunftsplanung. Zeiträume zu strukturieren bedeutet auch, den Tagesablauf durch regelmäßig wiederkehrende Angebote erleb- und überschaubar zu machen und den Tag zu rhythmisieren im Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung. Unsere Orientierung an Festen und Zeiträumen im Kirchenjahr schafft neben religionspädagogischen Unterrichtsbezügen eine konkrete Gliederung im Jahr.

Natur und Umwelt

Kinder betreten heute mit ihrer Geburt eine Lebenswelt, die in vielfacher Hinsicht durch menschliches Handeln bedroht und gefährdet ist. Auch geistig behinderte Kinder und Jugendliche sind hiervon betroffen und gleichermaßen berührt. Die Vermittlung von Wissen um diese Bedrohung reicht sicherlich nicht aus. Entscheidend für eine intensive Auseinandersetzung mit der Schöpfung ist die konkrete Beschäftigung mit den Lerngegenständen der Natur. Anleitungen zum Beobachten und Entdecken der Natur und zu allem Lebendigen sind bedeutsame Bestandteile zum Erwerb eines positiven Verhältnisses zur Schöpfung. Geistig behinderte Kinder können erfahren, dass es wichtig und sinnvoll ist, sich für die Bewahrung der faszinierenden Natur einzusetzen und sich an diesem Prozess sinnvoll beteiligen. Schulgarten, grünes Klassenzimmer, reale Lernumwelten müssen entdeckt, erfahren und vermittelt werden. Solche Impulse und das Vorbild von Eltern und Lehrern können in kleinen Schritten zu der Erkenntnis führen: Uns Menschen ist die Schöpfung nur anvertraut; wir dürfen nicht alles tun, was wir können.

 

Feste und Feiern

An der Schule werden viele Feste begangen, vor dem Hintergrund, dass jeder Schüler mit seiner Biographie wichtig für uns ist. So steht in allen Klassen der Geburtstag eines Kindes im Mittelpunkt des Tagesgeschehens; häufig laden Eltern die Mitschüler zu einem besonderen Fest ein, zum Teil in der Schule, aber auch zu Hause. An Feste lassen sich ebenso gut Arbeitsaufgaben und Lernangebote anknüpfen. Die regelmäßigen Schulgottesdienste, die jährlichen Einschulungs- oder Entlassfeier sind markante Punkte im Leben eines Schüler oder einer Schülerin. Sie bieten sich an, mit zu gestalten, zu planen, vorzubereiten und durchzuführen.

 

 

3.3   Fachorientierte Lehrgänge (FoL)

Lesen und Schreiben

Im Gegensatz zu den verschiedenen Vorhaben und Projekten einer Klasse ist es bei einigen Lehrinhalten sinnvoller, diese in Lehrgangsformen anzubieten, da dies die Sachstruktur erfordert. Hierbei handelt es sich um die nachfolgend aufgeführten fachorientierte Lehrgänge (vgl. RL, a.a.O.). Da Lesen und Schreiben einen hohen Grad an Abstraktionsfähigkeit erfordern, sind die Voraussetzungen hierfür nur bei einem Teil unserer Schüler gegeben. Die individuellen Möglichkeiten des Schülers entscheidet, ob und in welcher Weise ein sinnvoller Zugang zum Lesen und Schreiben geöffnet werden kann und wird. Lesen in der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung wird in einem erweiterten Sinne verstanden (erweiterter Lesebegriff nach Günthner als Lit. Verweis).

 

Je nach Entwicklungsstand des Schülers setzen die Bemühungen auf diesen unterschiedlichen Stufen an. So geht es für einige Schüler darum, ein Bild als Abstraktion eines Gegenstandes zu erkennen und dieses zu benennen. Andere, die über diese Fertigkeiten bereits verfügen, erlernen Signale, Zeichen aus der alltäglichen Umwelt, so Toilettenzeichen, Gefahrensignale oder bedeutsame Verkehrszeichen, die es ihnen ermöglichen sollen, größere Selbständigkeit im Straßenverkehr zu erwerben. Ähnliches gilt für die Namen der Schüler, den Eigennamen oder die Adresse. Falls ein Schüler die für den Schriftspracherwerb nötigen Kompetenzen erworben hat (und diese sollte man nicht unterschätzen), wird mit einem umfangreichen Leselehrgang begonnen.

 

In der Regel finden sich in einer Klasse einige Schüler, die zu diesen Lehrgängen - häufig allerdings mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Schwerpunkten - zusammengefasst werden. Auch gibt es seit dem Schuljahr 2009/2010 klassenübergreifende Deutsch- und Mathematikkurse, diese Form der außendifferenzierten Förderung erscheint uns insbesondere deswegen sinnvoll, weil sich hier recht homogene Lesegruppen zusammen finden.

 

Hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung des Unterrichts hat die Fachkonferenz verbindliche Absprachen getroffen. Dem Leseunterricht zu Grunde liegt ein eigener, sehr ausführlicher und materialreicher Lehrgang, als unterstützende Lautgebärden verwenden wir die Koch`schen Fingerlesezeichen, die erste Schrift, mit der Schüler in Berührung kommen, ist das Gemischtantiqua, mit eindeutig erkennbarem „a“.

 

(Weitere Informationen im Konzept „Deutschunterricht an der JMS“)

Umgang mit Mengen, Zahlen und Größen

Dadurch dass sich unsere Umwelt auch durch mathematische Kategorien oder Gesetzmäßigkeiten beschreiben lässt, ist deren grundlegende Kenntnis wichtiger Bestandteil des Unterrichts an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung, erleichtert doch diese Kenntnis dem Schüler eine geordnete Wahrnehmung seiner Umwelt. Unser Mathematikunterricht beginnt mit der Auseinandersetzung mit Gegenständen und ihren Eigenschaften (Formen, Größen Farben), führt über Mengenoperationen im pränumerischen Bereich hin zur Einführung von Zahlen bis zur Bewältigung einfacher und komplexer Rechenoperationen (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division). Unter dem lebenspraktischen Aspekt kommen den Größenbereichen: Zeit (Uhr und Kalender) / Maße / Gewichte und Geld eine besondere Bedeutung zu. Im Jahr 2009 hat die Fachkonferenz Mathematik ein ausführliches Script erarbeitet, wie insbesondere der mathematische Anfangsunterricht strukturiert werden soll.

 

(Weitere Informationen im Konzept „Mathematikunterricht an der JMS“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogrammundergnzungen.html?download=40%3Amathematikunterricht&start=20 )

 

Musik

Musik wird primär im Klassenverband bzw. während der Kurse der Musikschule Gladbeck innerhalb der Schule und nicht im Rahmen des fachorientierten Lehrganges unterrichtet. Teilbereiche, wie das Chorsingen, sowie Rhythmik, Tanz und Instrumentalspiel können allerdings in diesem Rahmen ebenfalls als fachorientierte Lehrgänge geführt werden. Fester Bestandteil sind mehrere musikalische Angebote im Bereich der Arbeitsgemeinschaften unserer Schule, dies führt von der Instrumentalgruppe zur Rockband bis hin zum Schulchor.

 

(Weitere Informationen im Konzept „Musikalische Grundausbildung“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=43%3Aschulband-2010&start=20 )

 

Religion

 

Der Religionsunterricht an der Jordan Mai Schule orientiert sich an und richtet sich inhaltlich nach den Richtlinien und Lehrplänen für die Schule für Geistigbehinderte in NRW (1980), nach dem Grundlagenplan für den katholischen Religionsunterricht an Schulen für Geistigbehinderte (1999) und an dem Lehrplan Evangelische Religion an der Schule für Geistigbehinderte.

 

  • Der Religionsunterricht in der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung verfolgt demnach die Ziele:
  • den Schüler in den Glauben seiner Bezugsperson hineinzunehmen und ihn an den Formen gelebten Glaubens zu beteiligen,
  • den Schüler zu befähigen, zu einem eigenen Glauben zu kommen,
  • dem Schüler in für ihn bedeutsame Lebenssituationen die religiöse Dimension aufzuzeigen und das Vertrauen zu wecken, von Gott bedingungslos an genommen zu sein,
  • dem Schüler zu helfen, sein Leben zu entfalten, zu bewältigen und zu einer ihm möglichen Lebenserfülltheit beizutragen,
  • dem Schüler den Zugang zur kirchlichen  Gemeinde zu eröffnen und ihn zur Teilnahme an ihrem Leben zu befähigen,
  • Hinführung zu den Sakramenten der Kirchen.

Die religiöse Erziehung ist eingebunden in den Tagesablauf. Die Themenstellung innerhalb der Rahmenpläne und Richtlinien ergibt sich aus der konkreten Lebenswirklichkeit der Schüler. Die religiösen Feste des Kirchenjahres bilden gleichzeitig den Rahmen und die Höhepunkte im Jahresablauf.

Ein besonderes Ereignis sind für viele Schüler die Kommunion und Konfirmation, das Sakrament der Firmung, die zusammen mit Schülern, Lehrern und den benachbarten Kirchengemeinden vorbereitet und durchgeführt werden.

In regelmäßigen Abständen finden konfessionelle und ökumenische Gottesdienste statt, die von den Schülern gestaltet werden.

(Weitere Informationen im Konzept „Religionsunterricht an der JMS“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=38%3Akonzept-des-religionsunterricht )

 

Sport / Schwimmen

Der Sportunterricht dient vor allem der Körperbeherrschung im Sinne weitmöglicher Bewegungsfähigkeit, Differenziertheit, Koordinierung, Rhythmisierung, Ausdauer, Einordnung, einschließlich der Erreichung einer angemessenen Körperhaltung.

Sozial gilt es, die Kontaktnahme zu verbessern, die Anerkennung von Regeln zu üben und Vorteile des miteinander erfahren zu lassen. Sport an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung ist immer auch Psychomotorik und Bewegungstherapie gleichzeitig.

(Weitere Informationen im Konzept „Sportunterricht an der JMS“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=52%3Asportunterricht&start=20

und

http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=48%3Aschwimmunterricht&start=20 )

 

Hauswirtschaft / Arbeitslehre

Insbesondere im Bereich der Hauswirtschaft scheint ein einheitliches Handeln der Unterrichtenden sinnvoll, um ein Spiralcurriculum festzulegen. Wir haben uns zu einem Erarbeitungssystem von Kochrezepten entschieden, Bildkarten unterscheiden sich zwar im Grad der Abstraktion, nicht aber in ihrem äußeren Format, für die leistungsstärkeren Schüler wird eine Kochmappe angelegt, die sich im Laufe der Schulzeit immer weiter füllt.

 

3.4   Zeugnisse

Jeder Schüler erhält zu den Sommerferien ein Jahreszeugnis in Berichtform; hier werden individuelle Aussagen zum Arbeitsverhalten, Sozialverhalten und Sprachverhalten, sowie zu den erreichten Lernzielen der durchgeführten Vorhaben und Projekte, ebenso wie zu den fachorientierten Lehrgängen getroffen.

Zur jährlichen Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs dient neben dem Jahreszeugnis ein Entwicklungsbogen, der in der Schülerakte geführt wird; dieser wird zum Schulhalbjahr erneut bearbeitet und Entwicklungsfortschritte werden dokumentiert. Falls sich die Frage des Schulwechsels stellt, ist dann ausreichend Zeit einen Übergang in eine andere  Schule zu planen und zu ermöglichen. Am Ende der schulischen Laufbahn eines Schülers erhält dieser ein Abschlusszeugnis, in dem insbesondere Aussagen zu erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten gemacht werden und einen Rückblick auf die persönliche Lerngeschichte gibt.

 

4.    Konzepte und Bausteine

4.1    Förderpläne

Förderpläne werden von den Klassenteams mit den Therapeuten und Eltern abgestimmt. Die Pläne werden auf der Grundlage verbindlicher diagnostischer Verfahren als Ausgangsmaterial erstellt. Förderpläne sollen sein:

  •   individuell ausgerichtet für einen bestimmten Zeitraum
  •   ziel- und methodenorientiert
  •   ökonomisch
  •   erinnerbar, gewichtet
  •   offen für Entwicklung
  •   unterrichtsrelevant, nicht nur für die Akte oder Klassenbuch
  •   kommunizierbar und kommuniziert mit Kolleginnen und Kollegen, Therapeuten,   Eltern und Schüler
  •   evaluierbar, anknüpfbar für Jahresberichte / Zeugnisse

 

Zu Beginn des Schuljahres werden die Förderpläne erstellt und während des 1. Elternsprechtages den Eltern vorgestellt und mit ihnen abgestimmt. Der 2. Sprechtag an der Schule wird dann von der Evaluation des Förderplanes bestimmt. Für den vorhabenorientierten Unterricht erstellen die Lehrer klassen- und schülerbezogene Lehrpläne auf der Grundlage des schuleigenen Standortplanes. Diese Pläne berücksichtigen das entsprechende Leistungsvermögen der Schüler. Unterrichtsziele und Unterrichtsinhalte werden so für jede Lerngruppe der Klasse festgeschrieben. Im Bereich der fachorientierten Lehrpläne werden ebenso aufeinander aufbauende Lehrpläne für die Schüler entwickelt und fortgeschrieben.

 

4.2   Freie Arbeit / Lernen an Stationen

Einige Klassen der Schule arbeiten nach den methodischen Prinzipien von Wochenplan und Freiarbeit. In einer frei gewählten Sozialform haben Schüler Gelegenheit, nach eigenem Tempo und eigenem Rhythmus an einem selbständig gewählten Thema zu lernen und zu arbeiten. Die Schüler entwickeln hier die Fähigkeit, selbständige Entscheidungen zu treffen, aus verschiedenen Lernangeboten zu wählen und selbst bestimmt zu arbeiten und ihre Arbeit, wenn möglich, auch eigenständig zu kontrollieren. Die Schule stellt für diese Form des Unterrichts eine Fülle von verschiedenen Arbeitsmaterialien zur Verfügung, welche regelmäßig ergänzt und erweitert wird.

In der Freiarbeit werden günstige Rahmenbedingungen der Differenzierung, Individualisierung und Handlungsorientierung geschaffen. Es werden den Schülerinnen und Schülern Freiräume angeboten, in denen sie Gelegenheit haben:

§  zu selbstständiger Arbeit

  •  zur freien Wahl des Schwierigkeitsgrades
  •  zu individuellem Lerntempo/Lernrhythmus,
  •  zur freien Wahl der fachlichen Inhalte (Mathematik, Deutsch, Sachkunde) und deren Reihenfolge
  •  zur freien Wahl des Materials und der Art der Aktivität (Lesen, Schreiben, Malen, Erkunden,
  •  Fühlen, Wahrnehmen)
  •  zur Bestimmung der Sozialform und der Lernpartner/-innen
  •  zur Selbstkontrolle
  •  zu eigenständiger Problemlösung
  •  zum Einbringen eigener Ideen und Vorhaben

Durch die Freiarbeit steuern die Schülerinnen und Schüler ihre Lernprozesse selbst und können ihre vielfältigen Kompetenzen erweitern.

Lernen an Stationen

Von Beginn einer Unterrichtseinheit an werden alle Aufgaben zu einer übergeordneten Thematik angeboten. Elemente dieser Arbeit sind:

  •   besondere Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen und -fähigkeiten
  •   selbständiges Arbeiten in individuellem Lerntempo
  •   freie Wahl der Reihenfolge der Aufgaben
  •   entdeckendes, forschendes und erprobendes Lernen
  •   handelnder Umgang mit unterschiedlichen Medien
  •   Auseinandersetzung mit den Lerninhalten auf verschiedenen Ebenen

 

4.3   Unterstützte Kommunikation

Lebensqualität beginnt mit der Gestaltung gemeinsamer Handlungs- und Spielmöglichkeiten im Lebensraum des Kindes, seiner Familie und Umwelt. Wenn das Kind sich selbst als handelnde Person erleben kann, die in ihrer Umwelt etwas bewirkt, dass Befriedigung schafft und Anerkennung findet, kann eine günstige Entwicklung  eher gelingen.

Das gilt besonders für die Förderung der sprachlichen Fähigkeiten. Dabei ist aufgrund der verschiedenen spezifischen Beeinträchtigungen unserer Schüler die Sprachentwicklung besonders betroffen und oft wird mit zunehmendem Alter die Diskrepanz zwischen den sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten deutlicher.

Als erster hilfreicher Schritt auf dem Weg zum Verstehen und zur Verständigung mit den nichtsprechenden Schülern erweist sich die Konkretisierung des Lehrsatzes Paul Watzlawiks: „Es ist nicht möglich, nicht zu kommunizieren“.

Viele unserer Schüler sind im Bereich der Kommunikation eingeschränkt. Sie können ihren Interaktionspartnern oftmals kaum oder gar nicht vermitteln, was sie ausdrücken wollen. Sie sind auf eine Unterstützung angewiesen, um Kommunikation aktiv zu erleben und erfahren zu können.

Aufgrund der vielfältigen sprachlichen Beeinträchtigungen unserer Schüler ist es notwendig, Ansätze und Möglichkeiten zu entwickeln, wie wir Sprachhandlungsfähigkeiten fördern und unterstützen können. Eben diesem Thema widmen sich in den letzten Jahren die Ansätze der Unterstützenden Kommunikation, die auch im schulischen Bereich einen entsprechenden Niederschlag gefunden haben.

An unserer Schule arbeiten wir mit folgenden Kommunikationshilfen:

  • Nichtelektronische Kommunikationsformen (z.B. Gestik, Mimik, Gebärden, Kommunikationstafeln)
  • Einfache elektronische Kommunikationshilfen (Spielzeug, „All-turn-it-spinner“, adaptiertes Spielzeug)
  • Kommunikationshilfen mit Sprachausgabe (Step-by-step, Super-Talker, GoTalk 9, GoTalk 20+, ChatBox, Mini-Talker)

Das Kollegium unserer Schule hat sich auf die Nutzung einheitlicher Symbole/Piktogramme geeinigt. In allen Stufen werden ausschließlich die Symbole aus dem Boardmakerprogramm genutzt. Für den Stundenplan gibt es eine auf die Schule abgestimmte Version. Die einheitlichen Symbole erleichtern den Schülern beim Wechsel der Klassen z.B. das Lesen des Stundenplans.

(Weitere Informationen im Konzept „UK an der JMS“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=58%3Auk-an-der-jms-2010&start=20 )

 

4.4   Gebärden

Verbindliche Absprache einer schulinternen Gebärdensprache, die sich an der Gebärdensprache für Gehörlose (Nord) orientiert und um Elemente des Baukastens GUK (Etta Willken) ergänzt worden ist. Diese Gebärden liegen den Klassen vor, sie können auch von Eltern eingesehen und bei Bedarf auch für den häuslichen Bereich zur Verfügung gestellt werden. Als hilfreich hat es sich erwiesen, dass die grundlegenden Gebärden auf Video aufgezeichnet und über verschiedene Medien verbreitet wurden. Sehr empfehlenswert ist hier der Besuch der Internetseite der Schule, dort lassen sich die Basisgebärden „live“ anschauen und ein Text informiert über die Gründe des Einsatzes dieser „Fremdsprache“.

Monatlich neu erscheinen regelmäßig die Gebärden des Monats, die natürlich auch die Lehrer und Lehrerinnen in der Lehrerkonferenz einüben.

Weitere Informationen (Videos): http://www.jordan-mai-schule.de/konzepte-mainmenu-27/geben-mainmenu-49.html

 

4.5  Förderung schwerstbehinderter Schüler (Schüler mit erhöhtem Förderbedarf )

Auch sehr umfänglich behinderte Schüler werden gemeinsam mit anderen Schülern unterrichtet. Diese heterogene Zusammensetzung der Klassen ist wichtiger Bestandteil der Förderung sowohl der schwerstbehinderten Schüler, wie auch der anderen Kinder und Jugendlichen. Eine Zusammenfassung von Schülern mit erhöhtem Aufwand hinsichtlich Betreuung, Pflege und Förderung in reinen Schwerstbehindertenklassen erscheint uns pädagogisch nicht sinnvoll.

Die Bildung heterogener Lerngruppen stellt eine Förderung des sozialen Miteinanders und die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls in den Vordergrund. Kontakte der Schülerinnen und Schüler untereinander und die Sensibilität füreinander können die gegenseitige Akzeptanz der unterschiedlichen Persönlichkeiten fördern. Innerhalb einer leistungsheterogenen Gruppe ergeben sich besonders für die schwerstbehinderten Schülerinnen und Schüler vielfältige Umwelt- und Kommunikationsanregungen. Diese Zielsetzungen werden nicht nur im Unterricht, sondern auch in gemeinsamen Freizeitaktivitäten während der Schulzeit umgesetzt.

Bei einem Wechsel in den Klassenteams versuchen wir insbesondere den Umstand zu berücksichtigen, dass für diesen Schülerkreis die langfristige und persönliche Beziehung zu Lehrern von außerordentlicher Bedeutung ist. Gleiches gilt auch für den Klassenwechsel. Auch hier ist es sinnvoll, Kontinuität und Verlässlichkeit als ein entscheidendes Kriterium bei einem Klassenwechsel zu berücksichtigen.

Pflege, Handling und Lagerung sind wesentliche Bestandteile des Unterrichts mit schwerstbehinderten Schülerinnen und Schülern. Grundsätzlich ist jede Lehrperson bei der Betreuung in den unterschiedlichen Bereichen (Mahlzeiten, Toilettengang, Körperpflege, Lagerung) zuständig, wobei darauf geachtet werden soll, dass die jeweilige Betreuungssituation konstant durchgeführt wird. Die Intimsphäre der schwerstbehinderten Schülerinnen und Schüler zu achten ist uns wesentlich. Spätestens mit Beginn der Pubertät sollten Mädchen von weiblichen und Jungen von männlichen Personen gepflegt werden.

Bei einer schweren, mehrfachen Behinderung erfolgen selbstverständlich inhaltlich abgestimmte Änderungen. So können motorische Defizite entsprechende sonderpädagogische Maßnahmen erforderlich machen oder bei schwerwiegenden Verhaltensstörungen besondere Techniken der Verhaltensmodifikation eingesetzt werden. Neben dem Unterricht im Klassenverband oder in Kleingruppen kommt der Einzelförderung eine besondere Bedeutung zu. Es werden auch spezielle Hilfestellungen oder spezifische Medien eingesetzt, um den Schülern und eine möglichst aktive Unterrichtsteilnahme zu ermöglichen.

Zur umfassenden Förderung schwerstbehinderter Schüler sind weitreichende Kenntnisse in den folgenden Gebieten erforderlich:

  •   Diagnostik
  •   Basale Stimulation (Fröhlich)
  •   Basale Kommunikation (Mall)
  •   Basale Aktivierung (Fischer)
  •   Integriertes Konzept (nach Susanne Dank)
  •   Entwicklungstheorie der Sensomotorik (Piaget)
  •   Gestalttherapie nach van Vugt/Besems
  •   Verhaltenstherapeutische Ansätze
  •   Frostig-Wahrnehmungsprogramm
  •   Sensorischen Integrationstherapie
  •   Förderpflege, Handling, Lagerung
  •   Krankengymnastische Ansätze, wie das Bobath-Konzept

(Weitere Informationen im Konzept „Förderung schwerstbehinderter Schüler und Schülerinnen an der JMS“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=39%3Akonzept-schwerstbehinderte-schler&start=20 )

4.6   Förderpflege

Wir gehen dabei von einem erweiterten Verständnis von Pflege aus, in dem auch die Wahrnehmungsförderung und die emotionale Begleitung bei der Pflege berücksichtigt werden. Ein Teil unserer Schüler benötigt in vielfacher Weise besondere Hilfestellungen auch im pflegerischen Bereich. Insbesondere in den letzten Jahren hat die Pflegetätigkeit einen breiten Raum eingenommen, wobei die erforderlichen Verrichtungen von allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Schule vorgenommen werden. Gute und moderne Pflege heißt für uns, dass die zu „pflegende Person“ oder der zu „pflegende Schüler“ nicht untätig abhängige, sondern autonome Menschen mit dem Bedürfnis nach selbständiger Besorgung ihrer eigenen Angelegenheiten in eigener Verantwortung sind. In diesem Sinne bezieht die Pflege in ihre Konzeption die größtmögliche Selbständigkeit des Hilfesuchenden mit ein. Pflege ist damit kein Fachdienst, der etwas am Menschen tut, sondern „mit“ dem Menschen zusammen. Es entsteht eine fördernde Begegnung, die nicht ohne Rückwirkung auf den Förderer bleiben kann: Er wird zum Partner in der Zusammenarbeit im Pflegeprozess. Insbesondere bei den älteren Schülern versuchen wir eine gleichgeschlechtliche Pflege zu verwirklichen, um die Intimsphäre der Schüler zu wahren.

 

4.7  Förderung von Kindern mit autistischem Verhalten / mit Autismus

TEACCH (Treatment Education of Autistic and related Communication handicapped CHildren) steht für ein umfassendes Forschungs- und Betreuungsprogramm, das in North Carolina, USA entwickelt wurde. Es bedeutet übersetzt „Therapie und pädagogische Förderung für autistische und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderte Kinder“. Das Ziel des TEACCH-Programms ist es, dass Menschen mit Autismus und ähnlichen Kommunikationsbehinderungen eine größtmögliche Selbstständigkeit und eine Maximierung der Lebensqualität erreichen.

Arbeiten nach TEACCH ist nicht nur prädestiniert für Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrums-Störung. Es eignet sich auch besonders für Kinder und Jugendliche:

  • Die von klaren Strukturen profitieren.
  • Die evtl. selber wenig Struktur haben (z.B. bedingt durch ADHS).
  • Denen Routinen Sicherheit und Raum zum Arbeiten geben.
  • Die visuellen Informationen leichter verstehen als sprachliche.
  • Die eine Arbeitshaltung oder generelle Handlungsmotivation aufbauen sollen.
  • Die Förderbedarf im Bereich der Handlungsplanung oder Feinmotorik haben.

Für unsere Schule ist der pädagogisch-therapeutische Ansatz des strukturierten Unterrichtens nach TEACCH von besonderem Wert.

Der TEACCH-Raum der Jordan-Mai-Schule wurde im September 2010 neu eingerichtet. Der reizarme Tageslichtraum im Untergeschoss der Schule wurde nach den Prinzipien zur Bedeutungsvollmachung der Umgebung nach TEACCH gestaltet und bietet bis zu vier Schülerinnen und Schülern ideale Bedingungen, um an separaten Arbeitstischen nach TEACCH zu arbeiten.

Der TEACCH-Raum wird für unterschiedliche Förderangebote genutzt. Zum einen finden hier strukturierte Fördereinheiten in Kleingruppen statt, zum anderen steht der Raum in der „offenen TEACCH-Zeit“ Schülerinnen und Schülern mit ihren Begleitpersonen zur Verfügung. Für die strukturierten Angebote ist jeweils eine Kollegin, ein Kollege organisatorisch und inhaltlich verantwortlich. Eine Fördergruppe kann als geschlossene Gruppe angeboten werden (z.B. als Teil des Kurssystems einer Stufe) oder aber als offene Gruppe, was bedeutet, dass Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Stufen zusammen eine Gruppe bilden.

(Weitere Informationen im Konzept „TEACCH - Raum geben für Förderung und Entwicklung“ http://www.jordan-mai-schule.de/downloads-mainmenu-87/category/5-schulprogramm-und-ergnzungen.html?download=56%3Ateacch&start=20 )

 

4.8  Kurssystem Kulturtechniken

Das Kurssystem wurde im Schuljahr 2009/2010 eingeführt, um den sehr unterschiedlichen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Interessen der Schüler und Schülerinnen besser gerecht zu werden.

In den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, z.T. auch Sport, Schwimmen, etc. werden nach einer Diagnostik- und Lernstanderhebungsphase differenzierte Kurse gebildet, die den Leistungsstand der Schüler und Schülerinnen homogenisieren.

Dies bedeutet keinesfalls eine Abkehr vom heterogenen Unterricht mit seinen vielen Vorteilen, sondern ist der Versuch, einzelnen Schülern und Schülerinnen, die sich auf einem völlig anderen Niveau des Lernens bewegen, eine entsprechende Förderung zu ermöglichen. Gleichzeitig betonen wir auch die Bedeutung des gemeinsamen Unterrichts in der Heterogenität, insbesondere im Bereich des vorhabenorientierten Unterrichts, der viele gemeinsame Lernziele und dabei auch unterschiedliche Herangehensweisen an ein Thema zulässt.

Die Kursverteilung erfolgt nach folgendem Beispiel, wird allerdings jedes Schuljahr neu angepasst:

Vorstufe (2 Klassen)                                              à 16 SuS à 3-4 Kurse

Unterstufe (3 Klassen)                                           à 33 SuS à 6 Kurse mit je 5-6 SuS

Mittelstufe (3 Klassen)                                           à 33 SuS à 6 Kurse mit je 5-6 SuS

Oberstufe (3 Klassen)                                            à 32 SuS à 6 Kurse mit je 5-6 SuS

Berufspraxisstufe (2 Klassen)                                  à 20 SuS à 3-4 Kurse mit je 4-6 SuS

Die genaue Zahlen der Kurse und die Kursstärke werden in den Stufenkonferenzen festgelegt.

Es werden prinzipiell alle Schüler und Schülerinnen in klassenübergreifende Kurse oder Fördergruppen aufgeteilt! Eventuell muss bei einzelnen Kursen dann die Teilnehmerzahl reduziert werden, denn die Schwerstbehindertenförderung wird Teil des Kurssystems, um diesem Schülerkreis durch homogene Gruppen besser zu entsprechen!

Die neuen VorstufenschülerInnen sollten bis zu den Weihnachtsferien integriert werden, eventuell denkbar als eigener Kurs.

Ein Wechsel zwischen verschiedenen Stufen ist möglich, wenn es sinnvoll erscheint.

Auf Grund der zusätzlichen Besetzung mit Zivis und Praktikanten sollte eine Doppelbesetzung in den Vor- / Unterstufen gesichert werden können.


4.9  Schulregeln

Die nachfolgenden Schulregeln wurden im Jahr 2009 in einer Vollversammlung aller Schüler und Schülerinnen erörtert und beschlossen:

1. Ich behandle alle Schüler und Erwachsene freundlich.

2. Ich tue keinem weh.

3. Ich nehme niemandem etwas weg.

4. Ich mache nichts kaputt.

5. Ich höre auf alle Lehrer, auf alle Erwachsenen und auf die Busbegleitung.

6. Bei Streit hole ich einen Lehrer.

7. Im Keller wird nicht gespielt.

8. Ich gehe alleine auf die Toilette.

9. Ich bleibe auf dem Schulhof.

10. Mein Handy gebe ich meiner Lehrerin/ meinem Lehrer.

11.  Ich gehe sofort in meine Klasse.

12.  Nach der Pause gehe ich sofort in meine Klasse.

13. Mit Spielgeräten und Fahrzeugen gehe ich ordentlich um.

14. Wir rennen nicht im Gebäude.

15. Wir schreien nicht im Gebäude.

16. In der Schule tausche ich nur mit anderen Zärtlichkeiten aus, wenn es der oder die andere auch will.

17. In der Schule küsse ich nur, wenn das der oder die andere auch will und wenn es erlaubt ist.

18. Ich fasse keinem Mädchen/keiner Frau an die Brust.

19. Ich fasse keinem Jungen/Mann an den Penis.

Die Regeln wurden mit Boardmaker-Symbolen illustriert und sind Bestandteil der alltäglichen Praxis. Auf den Internetseiten der Schule wurde ein hilfreiches Video zu diesem Thema publiziert ( http://www.jordan-mai-schule.de/schulregeln.html ).

 


 

5.    Kooperationspartner der JMS

5.1   Therapie

Therapeutische Arbeit und unterrichtliche Arbeit in der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung lässt sich eigentlich nur im Sinne eines therapieimmanenten Unterrichts fassen. D.h. in aller Kürze konkret, dass Anregungen und Hilfestellungen von Seiten des therapeutischen Personals aufgenommen und im Unterricht entsprechend berücksichtigt und realisiert werden. Hierzu bedarf es enger und ständiger Absprachen und Teamkonferenzen, die zum pädagogischen Alltag der Schule gehören. Nur der direkte Kontakt schafft hier die Voraussetzungen zu einer sinnvollen Therapie und zum therapieimmanenten Unterricht, der die ganzheitliche Entwicklung des Schülers berücksichtigt.

Krankengymnastik

Krankengymnastische Übungsbehandlungen werden in der Schule auf Bobath- sowie Voijta-Basis angeboten. Diese Versorgung wird derzeit über die Krankenkasse des Schülers organisiert und abgerechnet. Primär geht es in dieser Therapie darum, Bewegungsmöglichkeiten eines Kindes zu ermöglichen, zu verbessern und zu erhalten. Grundsätzlich sollte auch die Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln (Rollstuhl, Stehbretter, Laufwagen etc.) in Zusammenarbeit mit den Krankengymnasten entschieden werden. Folgende physiotherapeutische Behandlungsarten können in unserer Schule durchgeführt werden:

  •   Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage zur Erleichterung des Bewegungsablaufes
  •   Bahnung von Bewegungsabläufen und Förderung oder Hemmung von Reflexen
  •   Krankengymnastische Ganzbehandlung, auch Atemtherapie einschließlich der erforderlichen Massage
  •   Vorbeugende Kontrakturbehandlung
  •   Krankengymnastik bei cerebralen Dysfunktionen
  •   Rollstuhltraining

Darüber hinaus sind unsere Physiotherapeuten beratend tätig für Lehrer und Eltern in den Bereichen:

  • Hilfsmittelversorgung und Hilfsmittelanpassung
  • Lagerungspositionierung
  • Hilfsmitteltraining

Ergotherapie

Beschäftigungstherapie kann ebenso angeboten werden, da die Schule eine intensive Kooperation mit einer entsprechenden Praxis eingegangen ist. Ergotherapie wird beim Kind eingesetzt, wenn die Verarbeitung von Empfindungen und Eindrücken im Gehirn (Sinnesreize) gestört sind. Sich Ausfälle oder Störungen in der Bewegungsfähigkeit zeigen. Es auf seine Mitmenschen und seine Umwelt mit übermäßiger Angst, Aggression, Abwehr oder Passivität reagiert.

Die Ergotherapie findet vorwiegend in Einzeltherapie statt. Auf Grund eines gültigen Rezeptes und nach Absprache mit den Lehrern entscheidet die Ergotherapeutin, welche Schüler Therapie erhalten können. Eine entsprechende Mitteilung geht vor Beginn der Behandlung an die Eltern.  Eine Therapieeinheit erstreckt sich über 45 Minuten und richtet sich u.a. nach Konzepten von J. Ayres: „Sensorische Integrationsbehandlung", M. Frostig: „Visuelle Wahrnehmungsförderung" oder A. Fröhlich: „Basale Stimulation". Weitere Schwerpunkte liegen auf der Verbesserung von Feinmotorik und Koordination sowie Selbsthilfe- und Computertraining. Dazu können Verrichtungen des täglichen Lebens, Bewegung, Spiel sowie handwerkliche Techniken angewandt werden. Je nach Förderbedarf liegt es im Ermessen der Ergotherapeutin, Kleingruppen zu bilden oder unterstützend im Unterricht mitzuarbeiten.

Sprachtherapie

Sprachtherapeutische Hilfen werden an der Schule bereitgestellt. Diese Hilfen beziehen sich primär auf ein Funktionstraining der Artikulationsorgane, die Lautanbahnung und das eigentliche Artikulationstraining, sowie das Erlernen der Fähigkeit, mit einer vorhandenen Sprachbehinderung umgehen zu können. Nach ärztlicher Verordnung werden folgende Störungsbilder - überwiegend in Einzeltherapie - behandelt:

  •   Sprachentwicklungsverzögerung und Sprachentwicklungsstörung
  •   Dysgrammatismus (Fehlerhafter Gebrauch der Grammatik)
  •   Dyslalien (Lautfehlbildungen)
  •   Einschränkungen des Wortschatzes
  •   Sprachverständnisstörungen
  •   Kindliche Sprechstörungen
  •   Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten
  •   Sprechauffälligkeiten in Folge von Hörstörungen
  •   Dysarthrien in Folge von cerebralen Bewegungsstörungen
  •   Myofunktionelle Störungen (Störungen im Muskulaturbereich)
  •   Behandlung von Muskelfunktionen im Bereich der Zungen-, Kiefer- und Gesichtsmuskulatur zur Unterstützung einer kieferorthopädischen Behandlung sowie bei Lautfehlbildungen
  •   Kindliche Redeflussstörungen
  •   Stottern
  •   Poltern

Im Unterschied zur Sprachtherapie werden Sprachförderungsmaßnahmen, i. S. der Erweiterung des aktiven und passiven Sprachgebrauchs, im Rahmen des normalen Unterrichts als integraler Bestandteil gesehen und realisiert.

Psychologische Beratung

In Problemfällen kann und sollte eine externe Beratungsinstitution herangezogen werden, die Hilfestellungen anbietet und Lösungsvorschläge erarbeitet.

Unsere Schule unterhält hierzu Kontakte zu psychiatrischen Praxen, Landeskrankenhäusern, Autisten-Ambulanzen und psychologischen Diensten und Beratungsstellen.

 

5.2       Kooperation mit Institutionen und Behörden

Zur Verbesserung der schulischen Förderung, zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs und zum Gewinn eines differenzierten Bildes einer Schülerpersönlichkeit ist die Kooperation mit pädagogischen, therapeutischen und medizinischen Institutionen und nachfolgenden Betreuungseinrichtungen erforderlich und sinnvoll. Die Jordan-Mai-Schule unterhält Beziehungen zu folgenden Einrichtungen:

  •   Autismusambulanz Bottrop
  •   Frühförderung des Caritasverbandes
  •   Unabhängige Frühförderung
  •   Frühförderung Leben und Lernen
  •   Caritas-Werkstätten Gladbeck
  •   Praxen für Sprachtherapie
  •   Praxen für Ergotherapie
  •   Praxen für Krankengymnastik
  •   Kinderheim St. Agnes
  •   Heisenberg-Gymnasium Gladbeck
  •   St.- Hildegardis-Gymnasium Duisburg
  •   TV Gladbeck (Sportverein)
  •   Integrative Kindergärten in der Stadt Gladbeck
  •   Sonderkindergarten (adaptiver Kindergarten in Bottrop)
  •   Integrative Grundschule (Martin-Luther-Schule)
  •   Sonderschulen für Lernbehinderte in Gladbeck
  •   Sonderschule für Körperbehinderte in Gelsenkirchen
  •   sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes Gladbeck
  •   Jugendamt der Stadt Gladbeck
  •   Arbeitsamt der Stadt Gelsenkirchen / Gladbeck
  •   Sozialamt der Stadt Gladbeck (Elternbeiträge zu den Lehrmitteln, der Essensbeitrag und die Kosten für Klassenfahrten)
  •   Versorgungsamt Gelsenkirchen (Unterstützung bei der Beantragung des Schwerbehindertenausweises)
  •   RAA - Regionale Arbeitsstelle Ausländer
  •   Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Gesundheitsamt Gladbeck
  •   Elternberatung durch den Caritasverband Gladbeck
  •   Lebenshilfe e.V. Gladbeck
  •   St. Suitbert-Haus (Wohnheim)

 


 

6.            Schulentwicklung

In den folgenden Bereichen sehen wir weitere Entwicklungsmöglichkeiten unserer Schule:

 

6.1    Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund

Vermehrt werden Kinder gemeldet, die im Grenzbereich zur Lernbehinderung liegen. Oft sind es Ausländer‑ oder Zuwandererkinder, mit massiven Defiziten in der deutschen Sprache und großen Sozialisationsproblemen: Sie müssen sich orientieren und zurechtfinden in einem Land, dessen Kultur nicht die ihrer Eltern ist (und die ihnen deshalb nur wenig Hilfe beim Lernen dieser Kultur bieten können). Ein Land, in dem sie groß werden und das (eigentlich) ihre Heimat werden soll oder ihre Heimat ist, in das sie hineinwachsen als „Wanderer zwischen den Kulturen". Ein Land, das gerade diesen Kindern mit ihren stark eingeschränkten kognitiven Möglichkeiten immer noch (zu) wenig Hilfe bietet; in einem Schulsystem, das sich nicht genügend auf diese Kinder einstellen kann und die deshalb nicht nur „Wanderer zwischen den Kulturen" sind, sondern oft auch noch "zwischen allen Stühlen sitzen".

Siehe Entwicklungsplanung!

 

6.2   Förderung von Kindern mit massiven Verhaltensauffälligkeiten

Wir sehen in den letzten Jahren in der Schülerschaft eine Entwicklung, die eine vermehrte Aufnahme von Schülern mit gravierenden Auffälligkeiten im Verhalten zeigt. Hier wollen wir die Gründung einer speziellen Förderklasse konzeptionell und inhaltlich überdenken.

Siehe Entwicklungsplanung!

 

6.3   Entwicklung ausführlicher Konzepte im Bereich der Kulturtechniken

Die an der Schule vorhandenen Kompetenzen hinsichtlich der Fachbereiche Deutsch und Mathematik sollen in Zukunft gebündelt und in aussagekräftige, theoriegeleitete Praxis umgesetzt werden.

Diese Konzepte wurden mittlerweile schriftlich fixiert und begleitet von einer ganzen Anzahl von Fortbildungsmaßnahmen umgesetzt und in den Klassen etabliert.

Hierzu gehörte auch die Einführung eines stufenbezogenen Kurssystems in den Kulturtechniken (Sommer 2009).

Siehe Entwicklungsplanung!

 

 

 

 

7.    Ausgewählte Literatur

Hierbei handelt es sich um Literatur, die den Themenkreis Schwerstbehindertenförderung, Kommunikationsförderung und Einsatz von Fördermaterialien behandelt.

ADAM, H. (1985). Kommunikation bei nichtsprechenden geistig behinderten Kindern. Geistige Behinderung 24 (Heft 3), S.1-24.

AYRES, A.J. (1984). Bausteine der kindlichen Entwicklung. Berlin: Springer.

BEGEMANN, E.; FRÖHLICH, A.D.; PENNER, H. (1979). Förderung von schwerstbehinderten Kindern in der Primarstufe - Zwischenbericht. Mainz: v. Hase und Koehler.

BUNDESVEREINIGUNG LEBENSHILFE FÜR GEISTIG BEHINDERTE e.V. (1978, Hg.). Hilfen für schwer geistig Behinderte - Eingliederung statt Isolation. Schriftenreihe Lebenshilfe Bd. 3. Marburg: Selbstverlag.

DANK, S. (1987). Individuelle Förderung Schwerstbehinderter.     Dortmund: modernes lernen.

DITTMANN, W.; KLÖPFER, S.; RUOFF, E. (1984, Hg.). Zum Problem der pädagogischen Förderung schwerstbehinderter Kinder und Jugendlicher. 2. Aufl. Heidelberg: Schindele.

FELDENKRAIS, M. (1978). Bewußtheit durch Bewegung. Der aufrechte Gang. Frankfurt: Suhrkamp.

FRÖHLICH, A.D. (1977, Hg.). Wahrnehmungsstörungen und Wahrnehmungstraining bei Körperbehinderten. Rheinstetten: Schindele.

FRÖHLICH, A.D. (1979). Interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Hilfe für geistig Schwerstbehinderter. Basale Stimulation - Ein interdisziplinärer Ansatz zur Förderung Schwerstbehinderter. Zur Orientierung 3 (Heft 4), S. 370-377.

FRÖHLICH, A.D. (1982, Hg.). Lernmöglichkeiten. Ansätze zu einer Förderung schwerst mehrfachbehinderter Kinder. Heidelberg: Schindele.

FRÖHLICH, A.D.; RAHMEN, H. (1985). Spiel und Anregungsmaterial für schwerstbehinderte Kinder. Bewegen, Erleben, Lernen, Zeitschrift für Heilpädagogik 36, (Beiheft 12), S. 55-63.

HAUPT, U.; FRÖHLICH, A.D. (1982). Entwicklungsförderung schwerstbehinderter Kinder. Bericht über einen Schulversuch, Teil 1. Mainz: v. Hase und Koehler.

HAUPT, U.; FRÖHLICH, A.D. (1983). Integriertes Lernen mit schwerstbehinderten Kindern. Bericht über einen Schulversuch, Teil 2. Mainz: v. Hase und Koehler.

HEIDINGSFELDER, M.; FRÖHLICH, A.D. (1977). Materialien zur Förderung wahrnehmungsgestörter Kinder. In FRÖHLICH, A.D. (Hg.). Wahrnehmungsstörungen und Wahrnehmungstraining bei Körperbehinderten. Rheinstetten: Schindele.

KALBE, U. (1981). Die Cerebralparese im Kindesalter. Ein Leitfaden für Ärzte, Studenten, Therapeuten, Pädagogen und Pflegeberufe. Stuttgart, New York: Fischer.

KELLER, W. (1982). Orff-Schulwerk in Musiktherapie und Heilpädagogik. In

HARRER, G. (Hg.). Grundlage der Musiktherapie und Musikpsychologie. 2. Aufl. Stuttgart: Fischer.

KIPHARD, E.J. (1986). Psychomotorische Entwicklungsförderung, Bd. 2. Mototherapie - Teil I. 2. Aufl. Dortmund: modernes lernen.

KIPHARD, E.J. (1986). Psychomotorische Entwicklungsförderung, Bd. 3. Motoherapie - Teil II. 2. Aufl. Dortmund: modernes lernen.

KÜKELHAUS, H. (1978). Fassen, Fühlen, Bilden. 4. Aufl. Köln: Gaia.

MALL, W. (1984). Basale Kommunikation. Ein Weg zum anderen. Geistige Behinderung 23 (Heft 1), S. 1-16.

MALL, W. (1990). Kommunikation mit schwer geistig behinderten Menschen. Ein Werkheft. Heidelberg: Schindele.

Ministerium für Schule und Weiterbildung (Hrsg.): Richtlinien. Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung (Sonderschule). Frechen 21996

OY, C.M. von (1987). Montessori-Material zur Förderung des entwicklungsgestörten und des behinderten Kindes. Arbeitshefte zur heilpädagogischen Übungsbehandlung, Bd. 3. Neuaufl. Heidelberg: Schindele.

RAHMEN, H.; LENNARTZ-PASCH, R. (1988). Spielmaterial für Behinderte. Ideen - Anregungen - Erfahrungen. Wuppertal: skript.

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. Februar 2011 um 17:28 Uhr