Kunst-Projekt 2005
Im Sommer 2005 stand dann nach langer Vorbereitungszeit das Projekt “jeder mensch ist ein künstler“ vor der Tür. In Zusammenarbeit mit dem städtischen Museum in Gelsenkirchen-Buer, der Jugendkunstschule der Stadt Gladbeck, dem Kreativmobil Bremen und sieben weiteren freischaffende Künstlern aus Gelsenkirchen, Gladbeck und Dülmen haben wir eine Woche der konkreten Begegnung mit Kunst geplant, durchgeführt und schließlich abschließend in einer gut besuchten Ausstellung die Ergebnisse dieser Woche dokumentiert.
Gearbeitet wurde in verschiedenen Gruppen mit den Themengebieten: Großflächiges Malen, Drucken, Malen auf Holzuntergründen, Textiles Malen auf Stoffbahnen, Skulpturen aus Ytong, Zeichnen, Draht- und Lichtobjekte, Kinetische Objekte, Lehmskulpturen, Skulpturen aus Metall, Malen im Zauberwald, Skulpturen aus Ton, Filzarbeiten und Glasmosaik.
Zum Erziehungs- und Bildungsauftrag unserer Schulform gehört es, die kreativen Gestaltungskräfte der Schülerinnen und Schüler zu aktivieren und besonders zu fördern. Wenn Schule kulturelle, musische und künstlerische Angebote ihres Umfeldes mit in die eigene Arbeit einbezieht, dann erhalten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Impulse auch für eigenes kreatives Schaffen. Auch hier können außerschulische Experten, z. B. Künstlerinnen und Künstler aus dem Umfeld, produktive Anregungen, kompetente Kritik und helfende Beratung einbringen. Der Anspruch einer Förderung kreativer Gestaltungskräfte umfasst jedoch nicht nur künstlerische Kreativität. Gerade angesichts der Tatsache, dass viele Erfahrungen "aus zweiter Hand" über Medien gemacht werden, bedeutet dieFörderung kreativer Gestaltungskräfte, dass Schule die Schülerinnen und Schüler zur aktiven, selbständigen, phantasievollen Auseinandersetzung und Beschäftigung mit ihrer sozialen und natürlichen Umwelt anleiten muss. Kreatives Gestalten, Verändern, Umwandeln und Weiterdenken bleiben somit nicht auf musisch-künstlerische Bereiche beschränkt. Ein produktives und lebendiges Herangehen an Wirklichkeit, das der Phantasie Spielräume schafft, ermöglicht unter dem Aspekt ganzheitlichen Lernens vielfältige Lehr- und Lernperspektiven bis hin in die elementarsten Lernbereiche hinein.
Unseren Schülern und Schülerinnen Kunst zugänglich zu machen, sie an einem künstlerischen Prozess zu beteiligen und sie selber kreativ und künstlerisch tätig werden zu lassen, erforderte in dieser Woche eine völlige Abweichung vom gewohnten schulischen Ordnungsrahmen. Jeden Morgen traf sich die Schulgemeinde in der Turnhalle zu einem gemeinsamen Beginn des Tages, ordnend half ein Kunstsong den Schülern eine Tagesstruktur zu vermitteln. Anschließend erfolgte die Aufteilung in vierzehn Kleingruppen, es begann dann eine sehr intensive Arbeitsphase, über die so manches Frühstück einfach vergessen wurde. Nach der Arbeitsphase trafen sich die Teams zu einer intensiven Reflektion des Tagesgeschehens und zur Vorbereitung des nächsten Tages. Ein Künstlercafe sorgte in diesen Tagen für das leibliche Wohl der Teilnehmer.
Grundlegende Erfahrungen, vor allen Dingen sinnliche Erfahrungen im Umgang mit neuen Materialien und Werkstoffen garantierten, dass sich letztlich für fast alle Schüler und Schülerinnen einen Zugang zur Kunst finden ließ. Was nicht zuletzt auch durch den engagierten und interessierten Einsatz der beteiligten Künstler und Künstlerinnen garantiert wurde. Dass sich Schule öffnet – außen stehende Experten für die schulische Praxis gewinnt - war schon eine sehr positive Erfahrung, dass ein oder andere, mitunter mühsam verstandene Verhalten von Schülern und Schülerinnen, lang gewöhnte Methoden und Herangehensweisen wurden plötzlich kritisch aus Perspektiven hinterfragt, die an unserem doch sehr geregeltem Schulsystem nicht alltäglich sind.



