Schulpastoraler Arbeitskreis

Was sagt die Bibel? Lesen Sie einfach mal...

 

Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen. (Lk 17, 11-19)

 

Wir stehen auf…

 

Papst Franziskus, der in seinem Apostolischen Schreiben „EVANGELII GAUDIUM“ schreibt: „Wenn die gesamte Kirche diese missionarische Dynamik annimmt, muss sie alle erreichen, ohne Ausnahmen. Doch wen müsste sie bevorzugen? Wenn einer das Evangelium liest, findet er eine ganz klare Ausrichtung: nicht so sehr die reichen Freunde und Nachbarn, sondern vor allem die Armen und die Kranken, diejenigen, die häufig verachtet und vergessen.“

 

Wir  stehen auf…

 

Der Schulpastoral kommt also kirchlich eine wichtige Aufgabe zu. Erst durch Schule bzw. Gemeinde können junge Menschen aufgrund der vielfach ausfallenden religiösen Erstsozialisation in vielen Familien zu einem anfanghaften Verständnis von Glauben gelangen.

 

Schulpastoral kann in vielfältiger Weise in Schule präsent sein - als Dimension der alltäglichen Lebensgestaltung und Lebenspraxis, als Teil des Schullebens und der Schulkultur, als Unterrichtsgegenstand auch anderer Fächer, im Umfeld der Schule. Kinder und Jugendlichebesuchen Bildungseinrichtungen und haben hier häufig ihre ersten Kontakte mit christlichem Glauben und Kirche, wenn sie auf Menschen treffen, die als Christen erkennbar sind, die sich so zeigen und Gottes Nähe erfahrbar machen.

 

Das Engagement dieser Menschen ist gottvoll oder mystagogisch, geistlich oder diakonisch, immer aber erfährt das Gegenüber Beziehung oder Gemeinschaft. Das ist die große Chance von Schulpastoral – im ersten oder erneuten Kontakt mit jungen Menschen den Glauben zu bezeugen und ihn als gelungenes Lebenskonzept zu vermitteln.

 

Gleichzeitig sind allerdings auch die Herausforderungen, vor denen eine gelungene Schulpastoral steht, immens. Der politische und inhaltliche Druck (Stichwort Inklusion) auf Schule wächst stetig, die Anforderungen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen sind hoch und mindestens im gleichen Maße sieht sich die Kirche vor große Aufgaben gestellt, ihre gesellschaftliche und individuelle Relevanz im Leben der Menschen zu erneuern und zu verändern.

 

Wir gehen…

 

Zu Beginn stellt sich zunächst einmal die Frage: Was ist Schulpastoral? Die beiden Begriffe „ Schule“ und „Pastoral“ sind mit ihren Inhalten bekannt, zusammen ergeben sie ein spezielles Handlungsfeld im Lebensort Schule. Es gibt keine Patentrezepte und auch nicht das „Konzept“ für schulpastorale Arbeit. Es gibt jedem schulischen Mitarbeiter die Freiheit, für seine Schule unter der Berücksichtigung der Lebenswirklichkeit ein konkretes Konzept zu planen, zu realisieren und zu evaluieren.

 

Jeder, der am schulischen Leben teilnimmt, sollte die Möglichkeit haben, sich aus einer christlichen Grundhaltung heraus für die Menschen seiner Schule durch schulpastorale Dienste an der Schule zu engagieren.

 

Um ein eigenes pastorales Angebot für seine Schule zu erstellen, ist es notwendig das schulische Umfeld mit den Bedingungen, Zielen, Chancen und Risiken und der Dynamik, die von sozial und kulturell geprägten Menschen ausgeht, wahrzunehmen. So wird es erforderlich sein, zunächst gründlich zu analysieren, mit welchen Menschen - gleich ob Schüler, Lehrer oder Eltern – und für welche Menschen schulpastorale Angebote gemacht werden sollen.

 

In den letzten Jahren haben sich immer wieder Lehrer und Lehrerinnen zu einem schulpastoralen Arbeitskreis zusammen gefunden. Ihre Motivation sich für dieses Handlungsfeld aktiv einzubringen, liegt in ihrem eigenen religiösen und christlich geprägten Grundverständnis.

 

Die Adressaten des Arbeitskreises Schulpastoral sind neben den Schüler und Schülerinnen auch Eltern, die Sekretärin, die Küchenhilfe, der Hausmeister und die Assistenzkräfte der Schulgemeinde.

 

Die Projekte werden in der Schule vorgestellt und die persönlichen Interessen und Neigungen des Einzelnen im Arbeitskreis entscheidet dann, wer sich für welches Projekt engagiert. In einem mehr oder weniger regelmäßigen Rhythmus werden dann die Projekte reflektiert und neue Aktionen angedacht. Die Erarbeitung des schulpastoralen Konzeptes wird immer wieder thematisiert, überdacht und strukturiert.

 

Bisher wurden folgende Aktionen und Veranstaltungen regelmäßig geplant und durchgeführt:

 

Tage der religiösen Orientierung

Frühschichten für Kollegen und Kolleginnen

Kreuzweg für Schüler, Eltern und Lehrer

Aschermittwochsgottesdienst

Katechese

  • Kommunion
  • Firmung
  • Konfirmation

Und wir gehen weiter und weiter...

 

 

Tod und Trauer

 

 

Immer wieder überraschte uns in den letzten Jahren die Nachricht vom plötzlichen Tod eines Schülers oder einer Schülerin. Wir bemerken eine tiefe Betroffenheit nicht nur bei uns Lehrern und Lehrerinnen, sondern natürlich auch bei den Mitschülern und Mitschülerinnen.

 

 

 

Wir haben folgende Handlungsschritte vereinbart – und dies ist nur ein möglicher Leitfaden für den Umgang mit einem Todesfall in der Schule:

 

1. Unverzügliche Meldung eines Todesfalles der Schulleitung bzw. Klassenleitung

 

2. Entscheidung der Schulleitung in Abstimmung mit dem schulinternen Krisenteam und / oder der betroffenen Klassenlehrer / Klassenlehrerinnen über die weiteren Schritte: Wer informiert wen, wer hält Kontakt zu wem, wer entscheidet wann was.

 

 

3. Information durch die Schulleitung der gesamten Lehrerschaft über das Geschehene:

  •  Information der Lehrer und Lehrerinnen, dass sie auf Wunsch mit einer Fachperson (z.B. Schulpsychologe, Notfallseelsorger, Psychologische Beratungsstelle) sprechen können.Bis zur ersten Pause sollten alle bzw. die betroffenen Klassen durch die jeweiligen Lehrer und Lehrerinnen persönlich informiert sein, auch um der Entstehung von Gerüchten und angstverstärkenden Phantasien entgegenzuwirken. Genaue Absprachen sind dabei zutreffen, welche Lehrkraft, welche Klasse, in welcher Stunde informiert.

4. Information der Klasse durch Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen (vertraute Bezugsperson der Klasse, evtl. zweite Lehrkraft, Schulleitung oder externer Helfer als Stütze für die/den Klassenlehrer / Klassenlehrerin):

 

  •  Weitergabe der gesicherten Informationen, Beschreibung der Umstände, ehrliche Antworten auf Fragen, Gefühle zulassen, Gedenkminute und Angebote, über das Ereignis und die Verarbeitung in geeigneter Weise zu sprechen (evtl. Stuhlkreis und Kerze in der Mitte). Änderungen im Tagesablauf überlegen. Schüler und Schülerinnen nicht allein lassen. Der Schulbesuch hat grundsätzlich stabilisierende Wirkung.

 

5. Einberufung und Information der Arbeitsgruppe „Schulpastoral“.

 

6. Kontakt mit den betroffenen Eltern: Die Schulleitung und betroffene Lehrkräfte (nicht mehr als zwei Personen) suchen, wenn möglich, die betroffenen Eltern auf und bieten ihre Unterstützung an.

 

  •  Dabei steht das Signal der Anteilnahme im Vordergrund, daneben aber auch die Information, wie die Schulgemeinschaft an dem Ereignis Anteil nimmt und was von der Schule her geplant ist. Dabei sind Wünsche der Eltern zu hören und zu respektieren. Hier spielt die Kultur und die Religiosität der Betroffenen eine große Rolle.

 

7. Öffentliche Bekanntmachung des Todes: Vor Kontaktaufnahme mit den betroffenen Angehörigen werden keine Informationen nach außen gegeben. Anfragen der Presse beantwortet nur die Schulleitung unter Verweis auf die Richtlinien der Medienberichterstattung. Medienvertreter dürfen sich nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Schulleitung und in Begleitung einer Lehrkraft in der Schule aufhalten.

 

  • Falls die Angehörigen einverstanden sind, wird der Tod öffentlich gemacht werden (schriftliche Information an die Eltern der betroffenen Klasse, eventuell auch anderer Klassen, Einberufung eines Elternabends, Bekanntgabe bei Konferenzen, Traueranzeige, Infowand, Schülerzeitung usw.). Entwerfen einer Traueranzeige (nach Rücksprache).

 

8. Einrichten eines geeigneten Gedenkortes in der Schule, an dem die Trauer gelebt wird (z.B. Trauertisch/Gedenkwand mit Kondolenzbuch, Kerze, Bild, Blumen).

 

 

9. Hilfestellung für betroffene Schüler und Schülerinnen / Klassen

 

  •  Gesprächsangebot – Möglichkeit schaffen, das Ereignis zu thematisieren, Gefühle auszudrücken, Erinnerungen auszutauschen, Schuldgefühle, Gelegenheiten mit dem Verstorbenen verpasst zu haben, abzubauen. Formen produktiver Verarbeitung: Briefe schreiben, Klassenbilder anschauen, Verstorbene/n bei gemeinsamer Aktivität malen, Gedenktisch oder –wand gestalten. Möglichkeit zum Besuch der Grabstelle, Unfallstelle, des Todesorts: Aufstellen eines Weg bzw. Unfallkreuzes, Niederlegen von Blumen (nach Rücksprache mit Angehörigen). Umgang mit dem leeren Stuhl – zunächst kann am Platz eine Kerze (ein Bild, andere Erinnerungen...) stehen, später ist die Sitzordnung sinnvoll umzustellen. Aktivitäten betroffener Klassen soweit möglich stützen.

 10. Teilnahme bei der Beerdigung

  •   Teilnahme an der Beerdigung ist nicht immer erwünscht (z.B. nur im Kreis der Angehörigen) und nicht immer möglich (z.B. weit entfernte Kirche oder Friedhof). Klärung mit Angehörigen, ob Teilnahme der Schulgemeinde erwünscht. Besprechung mit Klasse und Schulleitung: Trauerkarte, Blumengesteck/Kranz, möglicher Beitrag der Klasse und/oder der Schule, kurzes Beisammensitzen nach der Beerdigung.

11. Schultrauerfeier

  •  Eine Schultrauerfeier (entweder mit der ganzen Schule – Jahrgangstufe – Klasse – Kollegium) kann nur einen einladenden Charakter haben. Welcher Ort gewählt wird ist wichtig:  Gedenkort am Engel.

 

12. Zum richtigen Zeitpunkt Kontakt und Absprache mit den Eltern, wie und wann sie persönliche Gegenstände ihres verstorbenen Kindes von der Schule bekommen können.

 

13. Baldige Wiederherstellung von Halt und Rhythmus durch geregelten Tagesablauf.

 

14. Schüler und Schülerinnen beobachten (z.B. auffallendes Verhalten): Bei Bedarf Vermittlung professioneller Hilfe und spezifische Hilfestellung in Form von Einzel- oder Gruppengesprächen.

 

15. Ort der Erinnerung innerhalb der Schule finden: Aufnahme eines Bildes am Gedenkort (Engel)

 

Teile dieser Absprache sind entnommen aus: http://schulpastoral.drs.de/LeitfadenTodundTrauer.pdf

 

 

 

 

Ergebnisse des Gesprächs mit Bischof Felix Genn / Schuldezernent Bernd Ottersbach am 19.9.2916

 

Katholische Schule und Islam - Einbezug moslemischer Schülern und Schülerinnen

 

Bischof Genn betonte die bewusste Freiwilligkeit des Angebots einer katholischen Schule an Andersgläubige. Schüler und Schülerinnen sind eingeladen an den religiösen Angeboten teilzunehmen, aber es darf und kann keine Teilnahmepflicht geben.

 

Sakramentenvorbereitung

 

Die Vorbereitung auf die Hl. Kommunion erfolgt im Regelfall in der örtlichen Gemeinde.

 

Die Vorbereitung auf die Hl. Firmung erfolgt zumeist in der Schule, ebenso die Gestaltung des Gottesdienstes (Durchführung in der Gemeinde Herz-Jesu).

 

Ökumenische Gottesdienste

 

Die Vorstellung des Konzeptes zu den Hochfesten des Kirchenjahres einen ökumenischen Wortgottesdienst durchzuführen und die Durchführung einer Hl. Messe auf den Aschermittwoch zu beschränken, fand ungeteilten Zuspruch, da es im Sinne der Bischofsworte zu diesem Thema, es sich prinzipiell – insbesondere unter Bezugnahme auf die besonderen kognitiven Fähigkeiten unserer Schülern und Schülerinnen-  um das Angebot religiöser Grunderfahrungen handelt.

 

Religionsunterricht

 

Auch der Religionsunterricht ist an unserer Schule auf Grund der besonderen Situation der Schule als Monopolschule in der Stadt Gladbeck (für Eltern gibt es keine alternative Schule) als ständiges Angebot zu sehen.

 

Ziel unserer Kirche ist es, Schule so zu gestalten, dass junge Menschen im Sozialraum Schule mit Gott und Jesus Christus in Berührung kommen und durch den Glauben zu einem sinnvollen Leben kommen.

  

 

Aufgaben der nächsten Jahre 2018 - 2022

 

Wäre es denkbar, dass eine konkrete Formulierung von Zielen und Intentionen durch eine Differenzierung auf vier unterschiedliche Gruppen sinnvoll ist? Die Arbeitsgruppe denkt einfach mal weiter…

 

 

 

Zielgruppe Lehrer   

  •  Herausgefordert zum Glaubenszeugnis

Zielgruppe Schüler 

 

  • Entdecke, was in dir steckt!

Zielgruppe Schulgemeinde

 

  • Lasst uns miteinander…

Zielgruppe Eltern

 

  • Wir wollen, dass unser Kind in Berührung mit Gott kommt…
  • Wir wollen, dass wir in Berührung mit Gott kommen…